Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sorgt weiter für Schlagzeilen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll Benjamin Ehlers, Chef des Verwaltungsrates und damit oberster Kontrolleur im Sender, seinen Rücktritt eingereicht haben. Er habe das Kontrollgremium des Senders über den Schritt informiert, heißt es. Ein entsprechendes Schreiben liege der „Bild“ vor. Der Verwaltungsrat überwacht die Tätigkeit des Intendanten vor allem in Haushaltsfragen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Gremiengeschäftsstelle des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Benjamin Ehlers, ein Rechtsanwalt aus Cottbus, mit sofortiger Wirkung den Vorsitz abgegeben habe - er bleibt zugleich Mitglied im Verwaltungsrat. Wer nun an die Spitze des Verwaltungsrats rückt, ist unklar. Am Mittwoch ist eine reguläre Sitzung des Aufsichtsgremiums in Potsdam geplant.

Grund für den Rücktritt soll demnach ein Zerwürfnis mit seiner Stellvertreterin Dagmar Tille sein. In dem Schreiben ist von einem „eklatanten Vertrauensbruch“ die Rede. Hintergrund ist offenbar der Umgang mit der Personalie Juliane Schütt. Die Juristin war im April des vergangenen Jahres in das Gremium gewählt worden.
Stellverteterin soll Ehlers über Sondersitzung nicht informiert haben
Schütt geriet zuletzt wegen eines vermeintlichen Interessenskonflikts unter Druck. Es steht der Verdacht im Raum, dass Schütt nach ihrer Wahl zur RBB-Verwaltungsrätin im April 2023 den Rundfunkrat nicht ausreichend darüber informiert hatte, dass ihr Ehemann regelmäßig als freier Mitarbeiter für den Sender arbeitet. Es soll sich dabei um eine Tätigkeit für den Kultursender des RBB Radio3 handeln. Die frühere Journalistin und heutige Rechtsanwältin soll am Wahltag, die Frage, ob sie eine „wirtschaftliche Verbindung“ zum RBB habe, verneint haben.
Verwaltungsratschef Ehlers soll in seinem Rücktrittsbrief erklärt haben, dass er es „für klug erachtet“ habe, „wenn Juliane Schütt von ihrem Amt als Verwaltungsrat-Mitglied zurücktreten würde“, um Schaden vom Sender abzuwenden. Über eine entscheidende Sondersitzung zu dem Fall sei Ehlers jedoch nicht informiert worden. Er wirft seiner Stellvertreterin Tille in dem Brief vor, alles getan zu haben, um seine Teilnahme zu verhindern. Sie habe befürchtet, dass seine klare Positionierung in der Causa Schütt „Auswirkungen auf die Meinungsbildung im Verwaltungsrat“ haben könne, heißt es in dem Brief laut „Bild“ weiter.

Der neue RBB-Verwaltungsrat hatte sich im April 2023 konstituiert. Er sollte wie das zweite Kontrollgremium Rundfunkrat nach dem RBB-Skandal um Vorwürfe der Verschwendung und Vetternwirtschaft an der Senderspitze wieder Stabilität in das Haus bringen. fmg/dpa




