Im Lexikon von Gerhard Schröder kommt ein Wort nicht vor: "Aufgeben". Der frühere Kanzler will im Streit mit der SPD weder klein beigeben noch aus der Partei austreten. Steherqualitäten hatte er schon immer.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Schröder will kämpfen und den Spießrutenlauf eines Parteiordnungsverfahrens über sich ergehen lassen. "Meine politische Grundhaltung wird sich nicht ändern", versicherte der 78-Jährige im "Spiegel": "Ich bin und bleibe Sozialdemokrat."
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Auf das Ordnungsverfahren seiner Partei "blicke ich mit Gelassenheit" versichert er. "Ich habe in meinem politischen Leben nie etwas anderes als SPD gewählt. Das wird auch in Zukunft so sein, auch wenn der eine oder die andere aus der SPD-Führung es mir gegenwärtig vielleicht etwas schwer macht", so Schröder weiter. Damit dürfte nicht zuletzt der amtierende Kanzler Olaf Scholz gemeint sein.
Lange Zeit hatte der Alt-Kanzler geschwiegen. Sein Interview ist ein echtes Statement: Er lässt es auf das Ausschlussverfahren der SPD in Hannover ankommen. In der übernächsten Woche steht die erste Verhandlung an. Schröder wird laut "Spiegel" allerdings weder anwesend sein, noch einen Vertreter schicken.
Schröder: Ein Nackenschlag nach dem anderen
Schröder steht seit Jahren in der Kritik, weil er für russische Staatskonzerne arbeitete und wegen seiner toxischen Freundschaft zu Präsident Wladimir Putin. Seit Beginn des Ukraine-Krieges steht der Altkanzler massiv unter Druck:
- Seine Partei will ihn loswerden.
- Kanzler Olaf Scholz ging auf Distanz.
- Kabinettsmitgliedern wie Karl Lauterbach ist er peinlich.
- Auf EU-Ebene drohen ihm Sanktionen.
- Im Bundestag strich der Haushaltsausschuss einen Teil seiner Sonderrechte.
Schröder musste auch persönlich einige Nackenschläge ertragen: Mitarbeiter in seinem Büro kündigten, zuletzt wurden dort Kunstwerke vermisst. In jüngster Zeit war es um Schröder und um seine Ehefrau Soyeon Schröder-Kim ruhig geworden. Eine Friedensmission auf eigene Faust in Moskau scheiterte kläglich. Schließlich kündigte der Altkanzler an, den Aufsichtsrat im russischen Ölkonzern Rosneft verlassen zu wollen.
- 25 Jahre Putin: Vom Hoffnungsträger zum erbitterten Gegner
- Geheime Milliarden: Verstecktes Vermögen? So reich ist Wladimir Putin
- Neue Enthüllungen: Die geheime Putin-Familie – Seine Söhne leben in Isolation







