Sozialleistungen

Bürgergeld: Arbeit lohnt sich nicht? Studie widerspricht

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Das ist das Bürgergeld

Das ist das Bürgergeld

Das neue Bürgergeld ist das. Seit Anfang Januar 2023 ersetzt es das Arbeitslosengeld II.

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Lohnt sich Arbeiten trotz Bürgergeld in Deutschland noch? Arbeitsmarktforscher haben dies nun untersucht. Was sie herausgefunden haben.

Berlin. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Stuttgart (IAB) kommt zu dem Schluss, dass sich das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung kaum auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Teil des Entlastungspakets ist auch das umstrittene Bürgergeld.

Politiker von CDU und CSU hatten vergangenes Jahr behauptet, dass das Bürgergeld Arbeitslose finanziell besser stellt als arbeitende Geringverdiener. Es setze somit Anreize, sich arbeitslos zu melden und nicht weiter zu arbeiten. Dem widerspricht die Studie des IAB jetzt – in Teilen.

1000 zusätzliche Arbeitnehmer trotz Bürgergeld

Das Bürgergeld hatte zum Jahreswechsel das Arbeitslosengeld II, auch bekannt als Hartz IV, abgelöst. Betrachtet man nur die Erhöhung des Bürgergelds ohne weitere Entlastungen, würde sich tatsächlich für 150.000 Arbeitnehmer eine Vollzeitarbeit nicht mehr lohnt. Durch die Erhöhung des Mindestlohns schrumpfe dieser Anteil jedoch auf 100.000 Menschen.

Werden die zusätzlichen Maßnahmen des dritten Entlastungspakets berücksichtigt, also Änderungen beim Wohngeld und die Erhöhung des Kindergelds, werden Geringverdiener deutlich besser gestellt als Bürgergeldbezieher. Unterm Strich würde der Arbeitsmarkt sogar um 1000 Vollzeit arbeitende Personen anwachsen. Mehr Arbeitslose seien also nicht zu erwarten. Vollzeitarbeit würde sich weiterhin lohnen.

Das IAB setzt dabei voraus, dass Arbeitnehmer und Arbeitslose auch von den Entlastungen Gebrauch machen. Also, dass Wohngeld, Kindergeld und Bürgergeld im selben Maß wie bisher beantragt werden. Außerdem rechnet das IAB damit, dass die Löhne aufgrund der Inflation 2023 weiter steigen werden.

Entlastungen: Wer profitiert am meisten?

Das IAB betont auch, dass die einkommensschwächsten Haushalte durch das Entlastungspaket relativ am stärksten entlastet werden. Das nominale Einkommen der untersten 10 Prozent steige um 5,6 Prozent. Die zehn Prozent der Haushalte mit dem höchsten Einkommen werden jedoch auch entlastet. Ihr nominales Haushaltseinkommen steigt immerhin noch um 1,3 Prozent.

Das heißt, vom bisher größten Entlastungspaket der Bundesregierung, immerhin 65 Milliarden Euro Gesamtvolumen, profitieren alle Haushalte. Wie viel am Ende des Monats noch übrig bleiben wird, hängt jedoch auch vom weiteren Verlauf der Inflation ab. Die lag über das Gesamtjahr 2022 gerechnet bei satten 7,9 Prozent. (lro)