USA

Steuerbetrug: Trump-Konzern in New York verurteilt

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Dirk Hautkapp
Trump verliert Rechtsstreit um Steuerunterlagen

Trump verliert Rechtsstreit um Steuerunterlagen

Niederlage für Donald Trump im Streit um seine Steuerunterlagen: Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Weg frei gemacht für eine Herausgabe von Steuerdokumenten des Ex-Präsidenten an den Kongress.

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Das Immobilienunternehmen von Ex-Präsident Donald Trump hat bei den Steuern betrogen. So sieht das Urteil des New Yorker Gerichts aus.

Washington. Das Firmen-Imperium von Ex-US-Präsident Donald Trump ist wegen Steuerbetrugs und anderer Finanzvergehen vor einem Geschworenen-Gericht in New York in allen 17 Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Mit dem Urteil geht nach Ansicht von US-Analysten ein Reputations-Schaden einher, der Trump auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur 2024 zum Nachteil gereichen kann.

Die Jury sah es als erwiesen an, dass - laut Staatsanwaltschaft mit der ausdrücklichen Billigung von Trump, der persönlich nicht angeklagt war - der frühere Finanzchef des Unternehmens, Allen Weisselberg, über Jahre nicht versteuerte Vergünstigungen im Volumen von 1,8 Millionen Dollar erhalten hat.

Dem Konzern droht eine Geldstrafe in ähnlicher Höhe. Das genaue Strafmaß soll am 13. Januar nächsten Jahres bekanntgegeben werden.

Trump spricht von "Hexenjagd"

Trump kritisierte das Urteil mit dem Vorwurf, eine den Demokraten hörige New Yorker Justiz habe ihn im Stile einer "Hexenjagd" im Visier. Der 76-Jährige erweckte auf seinem Mitteilungsdienst "Truth Social" den Eindruck, dass die Behörden gegen sein Unternehmen wegen Lappalien ermittelten, während in New York auf den Straßen Mord und Totschlag herrsche.

Oberstaatsanwalt Alvin Bragg wies das vehement zurück: "Das war ein Fall von Gier und Betrug. In New York steht niemand über dem Gesetz." Bragg ermittelt auch in anderen Angelegenheiten gegen Trump. In dem Strafverfahren wurde offenkundig, dass Weisselberg mehr als 15 Jahre lang Teile seiner Entlohnung in Form von Sachleistungen erhielt, die er nicht beim Finanzamt deklarierte und so Hunderttausende Dollar sparte.

So zahlte die Firma unter anderem die Miete für seine Wohnung in Manhattan und die Leasingkosten für zwei Luxusautos des Managers. Auch die Studiengebühren für Weisselbergs Enkelkinder gingen auf Kosten des Konzerns. Entsprechende Schecks, so die Ermittler, wurden von Donald Trump persönlich unterschrieben.

Weisselberg belastete den Chef nicht

Weisselberg, der von seinem Job im Trump-Konzern gegen Bezahlung freigestellt ist, hatte im Sommer die Vorwürfe eingeräumt. Er entging dadurch einer Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren. Der 75-Jährige kam mit fünf Monaten auf der berüchtigten Gefängnisinsel Rikers Island davon.

Weisselberg verzichtete im Rahmen des Deals mit der Staatsanwaltschaft darauf, Trump persönlich zu belasten. Die Anwälte des Konzern kündigten an, in Berufung zu gehen. Sie sagen: Weisselberg habe sich persönlich bereichert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.