Kommentar

Friedensnobelpreis: Es wird immer Aufrechte geben

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Diana Zinkler
Ales Bjaljazki, der belarussische Menschenrechtsanwalt, hat jetzt den Friedensnobelpreis erhalten.

Ales Bjaljazki, der belarussische Menschenrechtsanwalt, hat jetzt den Friedensnobelpreis erhalten.

Foto: Sergei Grits / dpa

Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr wichtiger denn je: Er hebt die Bedeutung der Zivilgesellschaft für die Demokratie hervor.

Berlin. „Wie eine Blume am Winterbeginn, und so wie ein Feuer im eisigen Wind, wie eine Puppe, die keiner mehr mag, fühl ich mich an manchem Tag…“ Wissen Sie noch, was das für ein Lied ist? 1982 hat Nicole „Ein bisschen Frieden“ beim Eurovision Song Contest gesungen und damit den Wettbewerb gewonnen. Noch nie hatte ein Lied so viele Punkte von den anderen Nationen erhalten. Ein Rekord, der noch Jahre hielt.

Damals, als sich der Falklandkrieg abzeichnete, die Nachrüstungsdebatte und der NATO-Doppelbeschluss die Menschen weltweit verunsicherte, spiegelte das Lied die Sehnsucht nach Frieden und Ruhe wider. Selten traf ein Lied so den Zeitgeist.

Ukraine-Krieg: 2022 ist die Sehnsucht nach Frieden groß

2022 wird in Europa Krieg geführt. Russland hat die Ukraine überfallen und der russische Präsident zündelt mit der Angst vor einer nuklearen Katastrophe. Wieder ist die Sehnsucht groß nach Frieden, nach Einigkeit. In dieser Situation hat das Nobelpreis-Komitee ein weise Entscheidung getroffen.

Für den Friedensnobelpreis sind keine lauten Preisträger ausgesucht worden, sondern drei herausragende Vorkämpfer für Menschenrechte, Demokratie und die friedliche Koexistenz in den drei Nachbarländern Belarus, Russland und der Ukraine.

Friedensnobelpreis: Es wird immer Aufrechte geben

Der Preis geht an den inhaftierten belarussischen Menschenrechtsaktivisten Ales Bjaljazki, die russische Gruppe Memorial und die ukrainische Organisation Center for Civil Liberties (CCL). Alle drei stehen für die Bedeutung der Zivilgesellschaft für Frieden und Demokratie. Diese Entscheidung des Nobelkomitees entfaltet eine Signalwirkung: Egal in welches Land man schaut, es gibt dort zivile Organisationen und mutige Bürger, die sich dem Unrecht entgegenstellen.

Und auch egal, in welche Richtung man auf der Welt schaut: Es wird dort Aufrechte geben, die Despoten, Kriegsverbrechen, Folter und Uminterpretation von Geschichte offenbaren. Dieser Friedenspreis enthält zu gleich auch eine Botschaft an Wladimir Putin: Er kann noch so viele Länder überfallen, annektieren oder unterwerfen, es wird dort immer Menschen geben, die ihn vielleicht nicht stoppen können, aber die ihm Widerstand leisten.

Und so ist dieser diesjährige Preis zwar an international relativ unbekannte Personen und Organisationen gegangen, ihre gemeinsame Botschaft ist aber umso mächtiger: Wir geben nicht auf!