Energiekrise

Gazprom: Dreitägiger Gas-Lieferstopp wegen "Wartung"

Gasumlage: Die wichtigsten Informationen

Gasumlage: Die wichtigsten Informationen

Russlands Krieg in der Ukraine hat zur Folge, dass Gasimporteure ihre Ware aus teureren Quellen beziehen müssen. Um Lieferstopps zu vermeiden müssen Verbraucher in Deutschland ab Oktober eine Gasumlage zahlen.

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Durch Nord Stream 1 fließt ab 31. August für drei Tage kein Gas mehr nach Deutschland. Das teilte der Gazprom-Konzern am Freitag mit.

Berlin. Der russische Energieriese Gazprom hat eine dreitägige Abschaltung der kompletten Gas-Pipeline Nord Stream 1 ab Ende August angekündigt. Aufgrund „einer Reihe routinemäßiger Wartungsarbeiten“ werde vom 31. August bis einschließlich 2. September kein Gas in Richtung Deutschland fließen, teilte Gazprom am Freitag mit. Auch Techniker von Siemens seien daran beteiligt. Eine Wartung sei „immer nach 1000 Stunden Betrieb erforderlich“.

In der Folge sei der „Gastransport durch die Pipeline Nord Stream drei Tage lang unterbrochen“, hieß es weiter. Danach sollen die Lieferungen laut Gazprom wieder aufgenommen werden. Pro Tag würden dann 33 Millionen Kubikmeter geliefert.

Nord Stream 1: Turbine sorgte zuletzt für Ärger

Die Entscheidung gab der Furcht vor Versorgungsengpässen im Winter neuen Auftrieb. Bereits seit Juni sind die Gas-Lieferungen aus Russland stark reduziert. Der Westen wirft Moskau bei der Energieversorgung Erpressung vor.

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Um eine in Kanada reparierte Turbine zurückzuholen, bat Deutschland die Regierung in Ottawa um eine Ausnahme von den Sanktionen gegen Moskau. Doch als das Aggregat zurück in Deutschland war, zeigte Gazprom keine Eile, es einzubauen. Gazprom sprach von fehlenden Papieren. Die Bundesregierung warf Moskau deshalb vor, die technischen Probleme nur vorzuschützen.

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine versucht Deutschland, seine Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern. Um die Speicher für die Heizsaison zu füllen, wird nach anderen Lieferanten gesucht. Die Doppelleitung Nord Stream 1 transportiert seit 2011 Gas unter der Ostsee nach Deutschland. (fmg/dpa/AFP)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.