Altersvorsorge

Rente: Doppelbesteuerung wird abgeschafft – Schock im Alter?

| Lesedauer: 4 Minuten
Beate Kranz
Die wichtigsten Infos zur Grundsicherung im Alter

Die wichtigsten Infos zur Grundsicherung im Alter

Rentner können eine finanzielle Unterstützung vom Staat beantragen, die sogenannte Grundsicherung. Das muss man dabei beachten.

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Die Rente soll besteuert werden, die Rentenbeiträge nicht – so der Plan. Doch der Übergang sorgt jetzt für eine Doppelbesteuerung.

Berlin. 
  • Die Ampel-Regierung will die Doppelbesteuerung auf Renten abschaffen
  • Die Rentenbeiträge können dann ab 2023 voll von der Steuer abzusetzen sein
  • Das könnte für Probleme im Alter sorgen

Berufstätige können in Deutschland bald viel Geld sparen. Denn die Rentenbeiträge sind ab 2023 voll von der Steuer absetzbar – und das zwei Jahre früher als bislang geplant. Damit soll eine mögliche „doppelte Besteuerung“ von Renten aus der Basisversteuerung verhindert werden. Dies kündigt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) auf der Ministeriumsseite an und setzt damit eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages um. Lesen Sie hier: Diese Rentner werden durch den Wegfall der Doppelbesteuerung entlastet.

Die Ampelregierung hatte darin vereinbart, den Vollabzug der Rentenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben bereits aufs kommende Jahr vorzuziehen statt ihn nach dem bisherigen Stufenplan erst 2025 umzusetzen. Zudem soll der steuerpflichtige Rentenanteil ab 2023 in geringerem Maße steigen als bisher vorgesehen.

Steuern auf Renten: Langsame Umstellung der Besteuerung

Die Besteuerung der Renten wird seit dem Jahr 2005 schrittweise im Zuge des Alterseinkünftegesetzes umgestellt. Und zwar von einer vorgelagerten auf eine nachgelagerte Versteuerung. Im Klartext: Wurden früher die Rentenbeiträge während des Erwerbslebens voll versteuert, so bleiben sie künftig steuerfrei. Im Gegenzug müssen Rentner und Rentnerinnen ihre Renten dann aber bis zu 100 Prozent versteuern.

Betroffen sind die Renten aus der Basisversorgung. Dies sind Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der landwirtschaftlichen Alterskasse, den berufsständischen Versorgungseinrichtungen und aus Basisrentenverträgen („Rürup“-Renten).

Renten-Besteuerung richtet sich nach Beginn der Rentenzahlung

Die Höhe der Rentenbesteuerung richtet sich derzeit nach dem Renteneintrittsalter und ist nach Jahren gestaffelt. Nach dem Prinzip: Je früher man in Rente geht, desto geringer fällt die Besteuerung der Rente aus. So zahlen Rentner, die 2006 in den Ruhestand gegangen sind 52 Prozent auf ihre Altersbezüge, wer 2022 in Rente geht bezahlt 82 Prozent – und ab dem Jahr 2040 werden auf die komplette Rente Steuern fällig.

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Mit der Neuregelung der Rentenbesteuerung reagierte bereits die vorangegangene Bundesregierung auf Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. Mai 2021. Grundsätzlich bewerteten die Richter die Ausgestaltung der Rentenbesteuerung als verfassungskonform.

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Rente in Deutschland - Fakten und Geschichte

  • System: Die gesetzliche Rente funktioniert nach dem Äquvivalenz- und dem Solidarprinzip.
  • Renten-Arten: Es gibt noch die Grund-, die Erwerbsminderungs- und die Hinterbliebenenrente.
  • Ausnahmen: Eine große Mehrheit der Selbstständigen und Freiberufler sind von der Versicherungspflicht befreit.
  • Finanzierung: Die gesetzliche Rente in Deutschland ist grundsätzlich umlagenfinanziert.
  • Probleme: Die Probleme der Unterfinanzierung ergeben sich hauptsächlich aus der zunehmend älter werdenden Bevölkerung in Deutschland.
  • Drei Säulen: Die Altersvorsorge in Deutschland fußt auf drei Säulen. Dazu gehören die gesetzliche, betriebliche und die private Altersvorsorge.
  • Ursprung: Sie wurde am 22. Juli 1889 unter Reichskanzler Otto von Bismarck offiziell eingeführt.

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Allerdings könnten künftige Rentenjahrgänge von einer „doppelten Besteuerung“ betroffen werden, so das Gericht. „Mit den nun angekündigten Gesetzesänderungen soll ein Beitrag dazu geleistet werden, eine mögliche „doppelte Besteuerung“ auch für die Zukunft zu vermeiden“, heißt es aus Bundesfinanzministerium von Christian Lindner.

Doppelbesteuerung auf Renten - Was ist damit gemeint?

Während Rentenversicherte ihre Beiträge bis dahin aus dem bereits versteuerten Einkommen abführen mussten und die Altersbezüge steuerfrei waren, wird es in Zukunft genau andersherum sein. In einer Übergangszeit ist seit 2005 schrittweise ein immer größerer Anteil der Versichertenbeiträge steuerfrei, während die Rente immer stärker belastet wird. Ab 2040 werden volle 100 Prozent der Rente versteuert. Gleichzeitig werden die Aufwendungen für die Altersvorsorge ab 2025 in voller Höhe steuerfrei sein. Von einer 40-prozentigen Besteuerung im Jahr 2005 verringert sie sich jährlich um zwei Prozent.

Während Rentenversicherte ihre monatlichen Beiträge bis 2005 aus dem bereits versteuerten Einkommen abführen mussten und die Altersbezüge steuerfrei waren, wird es in Zukunft genau anders herum sein. Dann werden die Renten voll versteuert und dafür die Beiträge nicht mehr. Der Übergang erfolgt schrittweise und über mehrere Jahre.

So werden seit 2005 nach und nach immer größere Anteile der Versichertenbeiträge steuerfrei gestellt, während die Rente immer stärker belastet wird. Fachleute sprechen von einem Wechsel aus der vorgelagerten in die nachgelagerte Rentenbesteuerung, da einmal vor und einmal nach Renteneintritt Steuern fällig werden.

Dieser Artikel ist zuerst auf waz.de erschienen.