Pandemie

Corona: EMA empfiehlt den Astrazeneca-Impfstoff weiterhin

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Corona: Das ist der Impfstoff von Astrazeneca

Corona: Das ist der Impfstoff von Astrazeneca

Astrazenecas Impfstoff wurde in Kooperation mit der Universität Oxford entwickelt. Im Vergleich zu den Präparaten von Biontech/Pfizer und Novavax ist seine Wirksamkeit geringer.

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Die EMA hat ihre Empfehlung zum Astrazeneca-Impfstoff überprüft. Das bedeutet die Entscheidung für die Impfkampagne in Deutschland.

Berlin. 
  • Wegen Berichten über sogenannte Hirnvenenthrombosen wurden die Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca seit Montag ausgesetzt
  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat ihre Empfehlung zu Astrazeneca überprüft – versieht den Impfstoff mit einem Warnhinweis
  • Wann soll es wieder mit den Impfungen losgehen?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erneuert ihre Empfehlung für den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca. "Dies ist ein sicherer, wirksamer Impfstoff", sagte Emer Cook, Direktorin der EMA in einer Pressekonferenz. Die Vorteile einer Impfung mit Astrazeneca seien weit größer als die Nachteile. Das Experten-Kommitee der EMA habe auch keine Hinweise auf eine Häufung thrombotischer Ereignisse gefunden, so Cook. Lesen Sie hier: Wer den Astrazeneca-Impfstoff nicht bekommen sollte.

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca steht im Verdacht, lebensgefährliche Sinusvenenthrombosen zu verursachen: Kleine Blutgerinnsel in den Hirnvenenen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Deutschland und andere EU-Länder hatten Impfkampagnen mit dem Vakzin vorerst gestoppt. Hintergrund waren Meldungen zu den Blutgerinnseln in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen. Durch das Aussetzen der Impfungen waren in den Ländern die Impfkampagnen in Verzug geraten.

Lesen Sie hier: Wie die EMA den Astrazeneca-Impfstoff bewertet.

Corona-Vakzin: EMA versieht Astrazeneca mit Warnhinweis

Die EMA bekräftigte, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Impfungen die Vorfälle verursacht hätten. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen. Daher würden die Prüfungen und Studien auch fortgesetzt.

Experten der EMA hatten alle Daten der Fälle gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden geprüft. Am Mittwoch hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation WHO für die weitere Nutzung des Impfstoffes plädiert.

Astrazeneca: Wann wird wieder geimpft?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestätigte am Donnerstagabend, dass die Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland mit einem neuen Warnhinweis wieder aufgenommen werden sollen. Ziel sei, dass an diesem Freitag wieder mit dem Spritzen des Wirkstoffs begonnen werden könne.

Lesen Sie hier: Diese Astrazeneca-Nebenwirkungen können auftreten

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), begrüßte die Empfehlung für den Impfstoff von Astrazeneca. Die EMA gelte als eine sehr strenge Kontrollbehörde. "Sie hat die Verdachtsfälle geprüft. Das ist wichtig, denn Impfen lebt von Vertrauen", sagte Dreyer unserer Redaktion. Die jüngste Entscheidung falle klar aus. "Sobald die Bundesregierung grünes Licht gibt, werden wir in Rheinland-Pfalz mit unserer Impfkampagne wieder volle Fahrt aufnehmen", ab dann könnten auch wieder neue Termine vergeben werden. "Das ist enorm wichtig, um diejenigen zu schützen, die am stärksten gefährdet sind, schwer zu erkranken", sagte Dreyer.

Nach den Beratungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim RKI und dem Paul-Ehrlich-Institut folgt am Freitag ab 15 Uhr der Impfgipfel von Bund und Ländern, die wiederum entscheiden werden, wie die Impfkampagne unter den neuen Vorzeichen weitergeht. (dpa/bef)

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