US-Wahl

Bernie Sanders: Herzoperation zwingt Demokrat zur Pause

Die Gesundheit geht vor: Nach einem Rückschlag setzt Bernie Sanders seine Wahlkampagne aus. Warum der Noteingriff notwendig war.

Bernie Sanders, demokratischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur, musste am Herz operiert werden.

Bernie Sanders, demokratischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur, musste am Herz operiert werden.

Foto: Ashlee Rezin Garcia / dpa

Washington. Ein medizinischer Noteingriff könnte das demokratische Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2020 nachhaltig durchschütteln.

Bernie Sanders, der sich zum demokratischen Sozialismus bekennende Senator aus Vermont und Galionsfigur der amerikanischen Linken, bekam wegen einer verstopften Herz-Arterie zwei Stents eingesetzt und hat seinen Wahlkampf bis auf weiteres ausgesetzt.

Der 78-Jährige verspürte nach Angaben seines Sprechers am Dienstagabend bei einer Kundgebung Schmerzen in der Brust. Eine zügige ärztliche Untersuchung brachte den genannten Befund. Sanders sei in „guter Stimmung” und konzentriere sich auf seine Erholung, sagte sein Berater Jeff Weaver.

Bernie Sanders muss aussetzen: Zwangspause fünf Monate vor Vorwahlen

Wie lange Sanders fünf Monate vor den ersten demokratischen Vorwahlen in Iowa und New Hampshire ausfällt, ist ungewiss. Klar ist, dass die Erkrankung Zweifler in den eigenen Reihen wie in der Wählerschaft neu auf den Plan rufen wird, die Sanders schlicht für zu alt halten, um die Strapazen einer Präsidentschaft, die formal von Januar 2021 bis Januar 2025 liefe, ohne größere Problem zu überstehen.

Die Herz-Probleme des unter den 20 demokratischen Kandidaten/-innen energischsten Vertreters eines rein staatlich finanzierten Gesundheitssystems kommen zu einem für Sanders ungünstigen Zeitpunkt.

Konkurrentin Warren legte zuletzt kontinuierlich zu

Seine inhaltlich in vielen Bereichen politisch wesensverwandte Konkurrentin Elizabeth Warren hatte zuletzt in Umfragen stetig zugelegt und teilweise zur führenden Figur in allen Umfragen, Joe Biden (76), aufgeschlossen. Sanders hingegen hatte hingegen – trotz einer unverändert euphorischen Basis vor allem bei jüngeren Wählern – bei den Zustimmungswerten eingebüßt.

Sanders hatte bereits 2016, als er Hillary Clinton unterlag, einen rein zeitlich betrachtet brutalen Wahlkampf geführt, der an die körperlichen Reserven ging. Der gebürtige New Yorker ist bekannt dafür, am Tag zwei bis drei Kundgebungen zu geben.

Die US-Demokraten suchen ihren Kandidaten – vor allem Oldies sind gut im Rennen. Nach der TV-Debatte spekulierten viele, ob Joe Biden Donalds Trumps Herausforderer wird. Biden steckt allerdings in einem Dilemma. Beobachter sind sich zumindest einig, dass sich der derzeitige Präsident vorerst noch entspannen kann.