Waffengesetz

Lehrer dürfen in Florida Waffen im Klassenraum tragen

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Floridas Gouverneur Ron DeSantis hat ein Gesetz unterzeichnet, dass es Lehrern in Florida erlaubt, Waffen in Schulen zu tragen. Auch US-Präsident Trump hält das für den richtigen Schritt.

Floridas Gouverneur Ron DeSantis hat ein Gesetz unterzeichnet, dass es Lehrern in Florida erlaubt, Waffen in Schulen zu tragen. Auch US-Präsident Trump hält das für den richtigen Schritt.

Foto: KEVIN LAMARQUE / Reuters

Im US-Bundesstaat Florida dürfen Lehrer künftig im Klassenzimmer Schusswaffen tragen. Ein entsprechendes Gesetz ist jetzt in Kraft.

Washington. 14 Schüler und drei Lehrer starben durch die Kugeln des Attentäters von Parkland: Ein gutes Jahr nach dem Schulmassaker an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Florida dürfen Lehrer in dem südlichen US-Bundesstaat jetzt in Schulen Waffen tragen.

Nach hitziger Debatte hatte das Parlament in Floridas Hauptstadt Tallahassee das Gesetz in der vergangenen Woche beschlossen. Der republikanischer Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnete es am Mittwoch (Ortszeit). Laut der Argumentation der Befürworter soll das Gesetz Lehrer in die Lage versetzen, Angriffen in Schulen mit Waffengewalt begegnen zu können.

Lehrer sollen von Sheriffs geschult werden

An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland hatte am 14. Februar 2018 das Feuer eröffnet. Ein bereits kurz nach dem Massaker in Parkland verabschiedetes Gesetz hatte Lehrer vom Waffentragen während des Dienstes bisher ausgenommen.

Lehrer und andere Mitarbeiter, die Waffen in der Schule tragen wollen oder sollen, müssen dem neuen Gesetz zufolge vom Schulbezirk für das „Guardian Program“ – angemeldet werden. Dann durchlaufen sie ein Training des örtlichen Sheriffbüros, bei dem sie unter anderem an Schusswaffen ausgebildet und im sicheren Umgang damit geschult werden.

Anwärter werden außerdem psychologisch beurteilt und auf Drogenkonsum getestet. Zertifizierte Teilnehmer an dem „Guardian Program“ haben keine Polizeibefugnisse, sie dürfen also beispielsweise niemanden festnehmen.

Vor wenigen Tagen Schüsse in einer Schule in Colorado

In den USA kommt es immer wieder zu bewaffneten Angriffen an Schulen. Erst am Dienstag war ein 18 Jahre alter Schüler durch Schüsse an einer Schule im US-Bundesstaat Colorado getötet worden. Acht weitere Schüler wurden verletzt, als zwei Angreifer das Feuer eröffneten. Die mutmaßlichen Täter sind nach Polizeiangaben ebenfalls Schüler an der Schule in Highlands Ranch südlich von Denver gewesen.

Die betroffene Schule in Colorado ist nur knapp neun Kilometer Luftlinie von der Columbine Highschool in Littleton entfernt, wo sich im vergangenen Monat ein Schulmassaker zum 20. Mal jährte. Am 20. April 1999 hatten an der Columbine Highschool zwei bewaffnete Teenager zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen, anschließend töteten sie sich selbst. 24 Menschen wurden verletzt.

30 Bundesstaaten erlauben Waffen in Schulen

Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere, weil vor allem die Republikaner dagegen sind. US-Präsident Donald Trump hat sich dafür ausgesprochen, dass Lehrer im Klassenzimmer zum Schutz vor Eindringlingen Schusswaffen tragen. 30 Bundesstaaten hätten dies inzwischen erlaubt, sagte er kürzlich bei einer Veranstaltung der Waffenlobby-Organisation NRA in Indianapolis.

Tatsächlich sind Schusswaffen für Lehrkräfte bereits an Hunderten Schulen in den USA üblich – vor allem in ländlichen Gegenden. Die Gesetzeslage in den einzelnen Staaten ist allerdings nicht so klar, wie von Trump vereinfacht beschrieben. Einige lassen Schusswaffen nur für Sicherheitskräfte zu, andere Gesetzestexte enthalten offene Formulierungen, die von unterschiedlichen Schulbezirken unterschiedlich interpretiert werden. (dpa/moi)

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