Ermittlungen

Explosion vor AfD-Büro – Verdächtige sind wieder frei

Im sächsischen Döbeln hat sich eine Explosion vor einem AfD-Büro ereignet. Die Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlichen Anschlags.

Die Explosion hat die Fensterscheibe des AfD-Büros in Döbeln in Sachsen beschädigt.

Die Explosion hat die Fensterscheibe des AfD-Büros in Döbeln in Sachsen beschädigt.

Foto: MATTHIAS RIETSCHEL / REUTERS

Döbeln.  Ein Büro der AfD in Sachsen ist am Donnerstagabend schwer beschädigt worden. Drei Verdächtige wurden festgenommen – sind inzwischen aber wieder frei.

Wie ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) mitteilte, sind die Männer im Alter von 29, 32 und 50 Jahren entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hatte am Freitag keinen Haftantrag gestellt. Es hätten keine ausreichenden Haftgründe bestanden.

Explosion vor AfD-Büro – keine Verletzten

Eine Explosion hatte gegen 19.20 Uhr das Gebäude in der Stadt Döbeln erschüttert. Fenster und Türen des AfD-Büros in der Innenstadt waren durch die Wucht der Explosion beschädigt worden. An zwei geparkten Autos und an zwei weiteren Gebäuden entstanden ebenfalls Schäden. Verletzt wurde niemand.

Im Büro waren Werbematerialien in Brand geraten. Das Feuer konnte gelöscht werden. Zur Art des Sprengstoffes machte die Behörde noch keine Angaben.

Polizei: „Verdacht einer politisch motivierten Tat“

Nach der Explosion am Donnerstag hatte die Polizei Chemnitz vom Verdacht einer politisch motivierten Straftat gesprochen. Polizei und Feuerwehr waren mit rund 40 Einsatzkräften vor Ort. Sie sperrten die Gegend großräumig ab.

Die Task Force Gewaltdelikte des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) wurde sofort involviert.

Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) verurteilte die Tat am frühen Freitagmorgen. Für den Anschlag gebe es keine Legitimation, schrieb Dulig am Freitagmorgen bei Twitter. „Gewalt gehört nicht zu den Mitteln der Demokratie. Die AfD muss politisch bekämpft werden und nicht mit Sprengkörpern.“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) forderte eine zügige Aufklärung . „Wir wollen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte er am Freitag in Dresden. „Der Staat muss hier schnell und konsequent handeln.“

Farbattacke auf Wohnhaus von AfD-Politiker

Auch im niedersächsischen Meppen ist die AfD zur Zielscheibe geworden. Unbekannte beschmierten das Wohnhaus eines AfD-Politikers mit roter Farbe und verwüsteten den Garten. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus.

Den Schaden schätzten die Ermittler am Samstag auf etwa 5000 Euro. Bei dem Politiker handelt es sich um einen emsländischen Kreistagsabgeordneten. Die Täter beschädigten das Einfamilienhaus zudem mit Bau-Schaum. Die Tatzeit liegt den Angaben zufolge zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen.

Bereits mehrere Anschläge auf AfD-Büros

Erst Mitte Dezember war das Büro der AfD in Borna, das etwa eine Fahrtstunde von Döbeln entfernt ist, beschädigt worden. Unbekannte warfen laut Polizei eine Mauerabdeckplatte gegen die Fensterscheibe.

Im September waren das AfD-Büro in Chemnitz und das Büro des AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier in Dresden das Ziel von Anschlägen: Beide Büros waren mit Farbe beschmiert worden. (cho/sdo/dpa)