Belästigung

Sexismus und Trump: „Beängstigende Zeit für junge Männer“

Donald Trump äußerte sich zu Sexismus: Junge Männer lebten in beängstigenden Zeiten. Er selbst hat durchaus Erfahrung mit dem Thema.

Sorgt sich um junge Männer: Donald Trump, Präsident der USA.

Sorgt sich um junge Männer: Donald Trump, Präsident der USA.

Foto: Evan Vucci / dpa

Berlin.  Man kann sich in den Vereinigten Staaten sicher um einiges Sorgen. Seit einiger Zeit wird etwa die Debatte um Sexismus sehr intensiv geführt. Die #MeToo-Bewegung etwa hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen aus der Opferrolle zu holen – und sexuelle Belästigung nicht hinzunehmen und als Makel zu empfinden. Sondern vielmehr die Täter anzuzeigen, die Fälle nicht zu verschweigen.

Es sind Zeiten, in denen US-Komiker Bill Cosby 14 Jahre nach seinem Verbrechen ins Gefängnis muss. In dem sich immer mehr Schauspielerinnen zu den Vorfällen hinter den Kulissen äußern. Und: in denen ein Mann an der Macht ist, der selbst genug mit seiner Vergangenheit zu tun hat. Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten, äußert sich immer mal wieder abwertend über Frauen („Grab her by the p....“). Der britische „Telegraph“ sammelte alle sexistischen Kommentare des Präsidenten, der derzeit auch mit beschämenden Äußerungen eines Pornostars leben muss.

Trumps Richterkandidat werfen mehrere Frauen Übergriffe vor

Sein Richterkandidat, Brett Kavanaugh steht derweil massiv unter Druck, weil ihm gleich mehrere Frauen schwere sexuelle Übergriffe vorwerfen . Und Trump leitet daraus offenbar ab, dass sich die Zeiten geändert haben – bezieht damit aber keine Stellung für Frauen. Sondern für seine Geschlechtsgenossen.

„Es ist eine beängstigende Zeit für junge Männer in Amerika, wenn du für etwas schuldig bist, was du vielleicht nicht getan hast“, sagte Trump laut CNN am Dienstag im Weißen Haus. „Man kann angeklagt werden, bevor man seine Unschuld bewiesen hat.“ Auf die Frage nach einer Botschaft an junge Frauen, sagte der Präsident: „Frauen geht es sehr gut.“

Trump will schnelle Aufklärung

Hintergrund der Äußerungen sind Vorwürfe von bislang drei Frauen gegen Kavanaugh wegen sexueller Übergriffe sowie versuchter Vergewaltigung während der High-School- und Studienzeit in den 1980er Jahren. Kavanaugh bestreitet die Anschuldigungen.

Ermittler der US-Bundespolizei FBI untersuchen derzeit die Vorwürfe. Der Bericht soll nach dem Willen von Trump bis spätestens Freitag vorliegen. Trump hofft nach eigenen Worten, dass der Senat Kavanaugh noch in dieser Woche bestätigt. Die Entscheidung werde aber vom Ausgang der FBI-Ermittlungen abhängen.

Richterkandidat gibt Lehrauftrag in Harvard auf

Kavanaugh wird im Januar 2019 seinen Lehrauftrag an der Elite-Universität Harvard aufgeben, wo er derzeit Jura unterrichtet. Das geht aus einer E-Mail an die Studierenden hervor, die dem Sender CNN nach eigenen Angaben am Montag vorlag. Darin habe die Universität mitgeteilt, Kavanaugh könne sich nicht für den Kurs im kommenden Wintersemester verpflichten.

Die Gründe für seinen Rückzug waren zunächst unklar. Möglich wäre, dass der Rückzug mit seiner möglichen Tätigkeit am Supreme Court oder aber mit der jüngsten Kritik an seiner Person zusammenhängt. (ses/dpa)