Seitensprung

US-Präsident Trump hatte offenbar zweite Affäre mit Playmate

Der Wirbel um die Affäre mit einem Porno-Star ist noch nicht verflogen, da gibt es erneut Ärger für Trump. Hatte er eine zweite Affäre?

US-Präsident Donald Trump steht unter Druck.

US-Präsident Donald Trump steht unter Druck.

Foto: Carolyn Kaster / dpa

Washington.  Als Ronan Farrow im Herbst schilderte, wie Hollywood-Mogul Harvey Weinstein mindestens 13 Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt haben soll, verneigten sich US-Medien vor der akribischen Arbeit des Reporters.

Auch deshalb, weil Farrow, Sohn von Regisseur Woody Allen und der Schauspielerin Mia Farrow, das Dunkelfeld der vielen Mitwisser ins Licht zerrte, die Weinsteins Missetaten begünstigten. So war es auch am Freitag, als der 30-Jährige erneut im Magazin „New Yorker“, Inbegriff journalistischer Glaubwürdigkeit, zu Werke ging.

Diesmal im Mittelpunkt: der Präsident der Vereinigten Staaten. Und ein Zeitungsverleger, der Donald Trumps außereheliche Sex-Eskapaden gedeckt haben soll. Durch Nachrichten-Unterdrückung.

Donald Trump war frisch mit Melania verheiratet

Wie bei Porno-Star Stephanie Clifford (alias „Stormy Daniels“)

liegt der Fall Karen McDougal mehr als zehn Jahre zurück. Trump war frisch verheiratet mit der heutigen First Lady Melania Trump und Vater des erst wenige Monate alten gemeinsamen Sohnes Barron, als er im Juni 2006 in der Hollywood-Villa von Playboy-Gründer Hugh Hefner das in den 90er Jahren sehr erfolgreiche Playmate kennenlernte.

Wenig später kam es in einem Hotel in Beverly Hills zum ersten Sex, schreibt Farrow unter Berufung auf die heute 46-Jährige. Trump bot ihr Geld an, was McDougal ablehnte. Aus dem Seitensprung wurde eine neunmonatige Beziehung. Dann bekam das Model Gewissensbisse und konnte „nicht mehr in den Spiegel schauen“.

Trump soll ihre Mutter als „alte Vettel“ bezeichnet haben. Pikant: Laut Farrow liefen Trumps Affären mit Stormy Daniels und Karen McDougal zeitweise parallel.

150.000 Euro Schweigegeld

Wie im Fall Daniels blieb Trumps Umtriebigkeit lange Zeit unter der Decke. Bis das „Wall Street Journal“ kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 dies hier meldete: American Media Inc., die Firma von „National Enquirer“-Herausgeber und Trump-Intimus David Pecker, zahlte McDougal 150.000 Dollar (rund 120.000 Euro).

Als Gegenleistung musste sich die Schönheit vertraglich verpflichten, über jedwede Affäre mit einem verheirateten Mann (Trump wurde nicht explizit erwähnt) zu schweigen. Herausgeber Pecker, so Farrow, kaufte damit die für Trump potenziell brisante Geschichte, um sie zu beerdigen.

Nicht, um sie zu drucken – sondern zu beerdigen. Eine Taktik, die „Catch and Kill“ genannt wird. Das Revolver-Blatt besitze aber damit Erpressungsmaterial gegen den Präsidenten, analysiert Farrow.

„Jeder Frau, die sich Gehör verschafft, ebnet den Weg für die nächste“

American Media Inc. kontert die Vorwürfe. Das Geld an McDougal sei als Gegenleistung für eine Fitness-Kolumne geflossen. Das Weiße Haus erklärt: Fake News. Der Präsident habe nie eine Affäre mit der früheren Kindergärtnerin gehabt.

Das erste Jahr von Präsident Trump in 6 Zahlen
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McDougal, die sich nach gesundheitlichen Problemen vor einem Jahr Brust-Implantate entfernen ließ und eine späte Religiosität an sich entdeckte, fürchtet nach ihrem durch die #meToo-Bewegung inspirierten Gang an die Öffentlichkeit Unannehmlichkeiten seitens Trump/Pecker. Aber: „Jeder Frau, die sich Gehör verschafft, ebnet den Weg für die nächste“.

Kleid soll forensisch untersucht werden

Stormy Daniels sieht das offenbar ähnlich. Nach dem überraschenden Geständnis von Trump-Anwalt Michael Cohen über die Zahlung von 130.000 Dollar (rund 104.000 Euro) Schweigegeld an sie fühlt sich die blonde Porno-Darstellerin ebenfalls nicht mehr an vertragliche Verschwiegenheitsklauseln gebunden. Sie will demnächst „die ganze Geschichte“ mit Donald Trump erzählen.

Dazu gehört ein Detail, das der ohnehin gedemütigten Melania Trump besonders zusetzen könnte. Daniels besitzt laut US-Medien noch das goldfarbene Kleid aus ihrer ersten Sex-Nacht mit Trump im Jahr 2006.

Ähnlich wie im Fall Bill Clinton/Monica Lewinsky, wo ein blaues Kostüm mit Sperma-Spuren nationale Bedeutung erlangte, soll die Textilie demnächst einer forensischen DNA-Probe unterzogen werden.

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