Computerprogramm

Warum die Einbrecher-Software kein Wundermittel ist

Die Polizei testet eine Software, die Einbrüche vorhersagen soll. Sie ist sinnvoll, aber kein Wundermittel meint Jens Anker.

11.800 Wohnungs- und zusätzlich 20.000 Kellereinbrüche sprechen eine klare Sprache: Jeden Tag des vergangenen Jahres drangen 87 Mal Menschen in fremdes Eigentum ein. Die Opfer berichten davon, dass sie monate-, wenn nicht jahrelang darunter litten. Der Schutz der eigenen Wohnung, den das Grundgesetz garantiert, ist nachhaltig gestört.

Demgegenüber steht eine verschwindend geringe Aufklärungsquote. Nur in jedem 20. Fall können mutmaßliche Täter ermittelt werden. An diesem Problem verzweifeln Betroffene und Ermittler seit Jahren gleichermaßen. Die Berliner Polizei beschreitet nun einen neuen Weg und will mit einem Programm bessere Vorhersagen darüber treffen, wo die Täter möglicherweise in näherer Zukunft zuschlagen.

Der Charme der Berliner Variante dieses Analyseprogramms besteht darin, dass es kaum etwas kostet. Die Polizei greift auf eigene Daten zurück, die sie in einem neuen Programm bündelt. Das hat den Vorteil, dass sensible Kriminalitätsdaten nicht an private Unternehmen gelangen, die diese entweder selbst auswerten oder weiterverkaufen.

Polizeipräsident selbst warnt

Und auch der Fokus auf die Prävention scheint mit Blick auf die geringe Aufklärungsquote sinnvoll. Serientäter durch Präsenz und Aufklärung abzuschrecken, kann ein aussichtsreicher Weg sein, die Einbruchszahlen zu senken. In Bayern sind die Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zurückgegangen. Die Ermittler führen das zu einem Teil auf den Einsatz einer solchen Prognosesoftware zurück.

Allerdings warnt selbst der Polizeipräsident davor, das in Eigenregie erstellte Programm als Wundermittel anzusehen. Eine erstaunlich nüchterne Aussage in Zeiten des Wahlkampfs. Innensenator Frank Henkel (CDU), der bei der Vorstellung neben dem Polizeipräsidenten saß, nahm die Zurückhaltung des Behördenleiters entsprechend unterkühlt auf.