Dass sich Beatrix von Storch gerne mal im Ton vergreift, ist nicht neu. Genauso wenig wie die Tatsache, dass AfD-Mitglieder bewusst Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, indem sie grenzwertige Äußerungen tätigen. Dennoch darf man es als erstaunlich ansehen, dass die Rechtspopulisten nicht müde werden, Respekt und Anstand ruhen zu lassen, um wahrgenommen zu werden. Selbst wenn sie dafür Opfer eines Terroranschlags instrumentalisieren müssen.
Beatrix von Storch sendete wenige Stunden nach den Anschlägen von Brüssel am Dienstag, bei denen viele Menschen ums Leben kamen und etliche verletzt wurden, „viele Grüße aus Brüssel“, via Twitter und bei Facebook . Die AfD-Frau sitzt seit 2014 im Europaparlament und hielt sich daher in der belgischen Hauptstadt auf.
Viele Grüße aus Brüssel. Wir haben soeben das Parlament verlassen. Hubschrauber kreisen. Militär rückt an. Sirenen ü...
Posted by Beatrix von Storch on Tuesday, March 22, 2016
„Wir haben soeben das Parlament verlassen. Hubschrauber kreisen. Militär rückt an. Sirenen überall. Offenbar viele Tote am Flughafen und am Zentralbahnhof“, schrieb von Storch weiter. „Hat aber alles nix mit nix zu tun.“ Eine Anspielung auf die Flüchtlingskrise zu einer Zeit, in der von Politikern anderer Parteien fast ausnahmslos Mitleids- und Solidaritätsbekundungen zu hören und zu lesen sind. So hebt man sich ab, so erntet man aber auch reichlich Kritik, wie man in den sozialen Netzwerken lesen konnte. Einer von vielen kritischen Posts unter dem Beitrag von Storchs: „Seelenlos, egoistisch und ohne jegliches Mitgefühl.“
Zynischer noch wurde nur Vera Lengsfeld. Die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete machte in einem Facebook-Posting indirekt Angela Merkel und ihre Asylpolitik für die Anschläge von Brüssel verantwortlich. „Gelobt sei Angela Merkel, die Warmherzige, die Vorausschauende. Sie hat alles dafür getan, dass der Terror in Europa Fuß fassen kann und seine Söhne hier die eigene Zukunft von einer gestörten Welt verwirklichen können. Lasst uns Angela Merkel feiern, sie hat es geschafft!“, schrieb Lengsfeld.
Vera #Lengsfeld ist das lebende Beispiel, dass man tatsächlich "Ex-Bürgerrechtlerin" sein kann. Beschämend. pic.twitter.com/VRPBssQllU
— DIE LINKE. Sachsen (@linke_sachsen) 22. März 2016
Das Posting, das auf ihrem privaten Profil veröffentlicht wurde, wurde später verborgen. Viele Freunde dürfte sich die ehemalige Bürgerrechtlerin damit trotzdem nicht gemacht haben.
...und schon kommt der #Rechtspopulismus, um abzukassieren#Bruessel #afd pic.twitter.com/QbwixmrEQr
— Kostas Koufogiorgos (@Koufogiorgos) 22. März 2016


