Griechenland-Krise

Euro-Gipfel will Grexit verhindern

Die Beratungen beim Euro-Gipfel stocken. Uneinigkeit gibt es vorallem bei der Rolle des IWF und der Einrichtung eines Treuhandfonds.

Der Euro-Gipfel zu Griechenland ist am Montagmorgen nach 14 Stunden zum dritten Mal unterbrochen worden. Es werde eine Pause für "abschließende Beratungen" eingelegt, schrieb der maltesische Regierungschef Joseph Muscat um 6 Uhr im Kurznachrichtendienst Twitter.

In den beiden vorangegangenen Unterbrechungen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras, Frankreichs Staatschef François Hollande und EU-Ratschef Donald Tusk vergeblich um einen Durchbruch gerungen.

Nach der zweiten Unterbrechung war der großen Gipfelrunde ein "Kompromisspapier" vorgelegt worden. Tsipras muss sich in Brüssel nach Angaben eines griechischen Diplomaten noch in zwei Kernfragen mit der restlichen Eurozone einigen, bevor eine Einigung stehen kann. Zum einen geht es um die künftige Beteiligung des Internationalen Währungsfonds am griechischen Rettungsprogramm, zum anderen um einen Privatisierungsfonds im Umfang von voraussichtlich 50 Milliarden Euro.

Bei dem Fonds gehe es ums Prinzip, sagte ein griechischer Regierungsvertreter. Beim IWF darum, dass seine Kredite zu teuer seien und unter sehr strikten Bedingungen vergeben würden. Auch beim IWF sei es Deutschland, das auf die Beteiligung bestehe. "Beim Rest sind wir fast einig, wir sind vorangekommen", sagte der Regierungsvertreter. "Mit einer Pistole an der Schläfe wäre jeder einverstanden."

Ohne Einigung auf neue Finanzhilfe droht Griechenland der wirtschaftliche Kollaps und ein Ende der Euro-Mitgliedschaft. Athen hatte vergangene Woche ein neues Hilfspaket der Euro-Länder beantragt, die dafür aber weitreichende Bedingungen stellten.

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