Der spanische König Juan Carlos dankt ab. Kronprinz Felipe soll neuer König werden. Dies teilte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy am Montag mit.

In der „institutionellen Erklärung“ gab der Regierungschef am Montag bekannt, dass der König das spanische Volk über die Gründe seiner Entscheidung persönlich informieren werde.

Juan Carlos wird seit Monaten von gesundheitlichen Problemen geplagt. Dennoch traf die Entscheidung Spanien völlig überraschend – eine Abdankung hatte der König bislang strikt ausgeschlossen.

Der 76-jährige hat den Übergang des Landes von der Franco-Diktatur zur Demokratie entscheidend mitgeprägt. Seine Popularität schwand aber zuletzt wegen diverser Skandale.

Als er im November 1975 nach Francos Tod zum König gekrönt wurde, dachte er nicht daran, das Regime des „Caudillo“ (Führer) fortzuführen. Der junge Monarch ebnete den Weg zu einem demokratischen System.

Juan Carlos wurde am 5. Januar 1938 im Exil in Rom geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Italien, Portugal und der Schweiz. 1962 heiratete er Prinzessin Sofía von Griechenland. Mit Königin Sofía (75) hat er drei Kinder: Infantin Elena (50), Infantin Cristina (48) und Thronfolger Felipe (46).

Elefanten-Safari zum Höhepunkt der Finanzkrise

Seine herzliche und offene Art brachten dem passionierten Segler, Jäger und Freund des Stierkampfes die Sympathien seiner Landsleute ein. In Umfragen war der Monarch lange im Höhenflug – ein Jagdausflug nach Botsuana löste bei den unter Krise und Arbeitslosigkeit leidenden Spaniern aber 2012 Empörung aus. Er war nur deshalb publik geworden, weil Juan Carlos sich bei einem Sturz eine Hüfte gebrochen hatte.

Die Presse übte ungewöhnlich scharfe Kritik am Monarchen und berichtete erstmals ausführlich über angebliche Eheprobleme des Königspaars. Einige Politiker legten Juan Carlos eine Abdankung nahe. In einer Geste, die in der Geschichte der spanischen Monarchie ohne Beispiel war, entschuldigte sich der König öffentlich und gelobte Besserung.

Zudem erschütterte eine Korruptionsaffäre das Königshaus: Infantin Cristina steht im Verdacht, in einen Finanzskandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin verwickelt zu sein.

Über sein Amt sagte Juan Carlos einmal: „Hier musst Du Dir den Thron Tag für Tag aufs Neue verdienen. Wenn das Volk gegen Dich ist, kannst Du einpacken.“

AP/dpa/ap