Steigende Preise

Altmaier lehnt Stromrabatte für ärmere Haushalte ab

Steigende Energiepreise sollen laut dem Umweltminister durch eine Sparoffensive kompensiert werden. Deshalb soll es Energieberatungen geben.

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Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) lehnt trotz des absehbaren Anstiegs der Strompreise durch die Energiewende Stromrabatte für ärmere Haushalte ab. Stattdessen plädierte er in der „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe) für eine Spar-Offensive. „Wenn der Preis um drei Prozent steigt, bleibt die Rechnung die alte, wenn man gleichviel Strom einspart“, führte Altmaier aus. „Deshalb will ich, dass jeder Bürger innerhalb von sechs Monaten eine fachkundige Energieberatung erhalten kann.“

"Energiewende ist endgültig und hat ihren Preis"

Die öffentliche Unterstützung für die Energiewende sei auch durch steigende Stromkosten nicht gefährdet, sagte Altmaier weiter. „Nach der Reaktorkatastrophe in Japan wollten alle die Energiewende. Sie ist endgültig und sie hat ihren Preis. Aber ich will, dass er so niedrig ist, wie es irgend geht.“

Der CDU-Politiker kritisiert zudem die Länder, die über Eigeninteressen die Kosten in die Höhe trieben. „Je besser wir Stromnetze, Erneuerbare und Energieeinsparung abstimmen, desto billiger wird's“, sagte der Minister. „Bayern und Baden-Württemberg brauchen neue Kraftwerke, aber wir brauchen sie nicht flächendeckend im ganzen Land.“ Die Anzahl zusätzlicher fossiler Kraftwerke könne begrenzt werden, „wenn wir uns gut abstimmen und den europäischen Energieverbund stärken“, sagte Altmaier.

Nach Angaben der Deutschen-Energieagentur (Dena) werden die Strompreise wegen der Energiewende in den kommenden acht Jahren kräftig anziehen. „Wir sagen einen energiewendebedingten Anstieg um 20 bis 25 Prozent bis zum Jahr 2020 voraus“, sagte der Chef der Agentur, Stephan Kohler, der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). Hinzu kämen weitere Strompreiserhöhungen über die Energiemärkte. Sie seien „bedingt durch die steigende Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle in anderen Weltregionen“, sagte der Dena-Geschäftsführer weiter.