Die Iren haben ersten inoffiziellen Ergebnissen zufolge dem EU-Fiskalpakt zugestimmt. Fast 60 Prozent der Wähler hätten mit Ja gestimmt, erklärten Wahlbeobachter der Parteien am Freitag. Das offizielle Ergebnis sollte erst am frühen Freitagabend bekannt gegeben werden.
Parteimitglieder beobachteten die Auszählung und teilten mit, es seien deutlich mehr Ja- als Nein-Stimmen eingegangen. Die Parteimitglieder, genannt Tallymen, stehen in der Nähe der Auszählungsstellen und stellen ihre eigenen Berechnungen an.
An dem Referendum vom Donnerstag beteiligten sich etwa die Hälfte der 3,13 Millionen registrierten Wähler. In Umfragen hatte sich bereits eine breite Zustimmung für den Pakt abgezeichnet, den vor allem Deutschland als Voraussetzung für ein Ja zum neuen Euro-Rettungsfonds ESM ansieht.
Irland ist der einzige Staat in der Euro-Zone, der seine Bürger über den Fiskalpakt entscheiden ließ. Während die Regierungskoalition aus der Mitte-Rechts-Partei Fine Gael und der Labour-Partei kräftig für ein „Ja“ warb, machte vor allem die oppositionelle Sinn Fein dagegen Front.
Der von Deutschland angestoßene Fiskalpakt könnte auch ohne die Zustimmung Irlands in Kraft treten. Lediglich zwölf von 17 EU-Ländern müssen ihn ratifizieren. Irland war vor zwei Jahren unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft: Im Gegenzug für ein Hilfspaket über 85 Milliarden Euro verpflichtete sich das Land zu schmerzhaften Einsparungen.
dpad/AFP/ap

