Afghanistan

Ex-Präsident Rabbani wird in Kabul beigesetzt

Nach dem gewaltsamen Tod des Ex-Präsidenten Afghanistans wurde Staatstrauer ausgerufen. Nun herrscht im Land einigermaßen Ruhe, bevor die Emotionen am Freitag wieder hochkochen könnten.

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Drei Tage nach der Ermordung von Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani haben sich Tausende von Afghanen in Kabul versammelt, um Abschied von dem Vorsitzenden des Hohen Friedensrates zu nehmen.

Video: Reuters
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Afghanistans Staatschef Hamid Karsai will ungeachtet des tödlichen Anschlags auf Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani die Bemühungen um einen Frieden mit den Taliban fortsetzen. Bei der Beerdigungszeremonie für Rabbani in der afghanischen Hauptstadt Kabul sagte Karsai am Freitag, „das Blut des Märtyrers und anderer Märtyrer zwingt uns, unsere Bemühungen so lange fortzusetzen, bis wir Frieden und Stabilität erreicht haben."

Er warnte aber, zeitgleich zu den Friedensbemühungen werde die Regierung ihrer „Verantwortung“ gerecht, die „Feinde des Friedens“ energisch zu bekämpfen.

Rabbani war Chef des von Karsai eingesetzten Hohen Friedensrats, der seit Oktober über Möglichkeiten einer Versöhnung mit den Taliban berät. Der 71-Jährige wurde am Dienstag in seinem Haus in Kabul bei einem Selbstmordanschlag getötet. Der Attentäter, der sich als Gesandter der Taliban ausgegeben hatte, zündete eine in seinem Turban versteckte Bombe. Die Behörden machten die Taliban für den Anschlag verantwortlich, diese bekannten sich aber nicht dazu.

Zur Trauerfeier für Rabbani versammelten sich am Freitag tausende Menschen in Kabul. Das Diplomatenviertel der Stadt wurde weiträumig abgeriegelt. Der Leichnam Rabbanis wurde zunächst im Präsidentenpalast aufgebahrt und sollte später auf einem Hügel am Rande Kabuls beigesetzt werden.

Rabbani führte in den 1980er Jahren die Dschamiat-Islami, eine der islamistischen Widerstandsgruppen im Kampf gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan. Nach deren Abzug wurde er von einer Wahlversammlung 1992 zum Präsidenten einer Übergangsregierung bestimmt, galt aber im komplizierten Geflecht der afghanischen Stammeszugehörigkeiten als weitgehend machtlos.

Durch die Machtübernahme der radikalislamischen Taliban 1996 wurde er aus Kabul vertrieben, blieb aber das international anerkannte Staatsoberhaupt Afghanistans. Nach dem Sturz der Taliban 2001 kehrt er in die Hauptstadt zurück, übergibt aber wenig später die Präsidentschaft an Karsai.