Familienplanung

Zwei Drittel aller Kinderlosen wollen Nachwuchs

Überraschendes Ergebnis einer Umfrage: Mehr Männer als Frauen wünschen sich Kinder. Der Wunsch scheitert aus verschiedenen Gründen.

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Rund zwei Drittel aller kinderlosen Erwachsenen zwischen 25 und 45 Jahren wünschen sich Kinder. Dabei stehen Männer der Familienplanung positiver gegenüber als Frauen, so das Ergebnis einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie der Zeitschrift „Eltern“. Demnach wollen 70 Prozent der männlichen Befragten „auf jeden Fall“ oder „vielleicht“ Kinder, bei Frauen sind es nur 61 Prozent. 22 Prozent der Männer und Frauen möchten auf Kinder ganz verzichten.

Für die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa umgesetzte Studie wurden mehr als 1000 Männer und Frauen in Deutschland befragt, die keine leiblichen Kinder haben. Bei den jüngeren Befragten bis 29 Jahre stehen der Familienplanung laut Studie mehrheitlich die finanzielle Lage (79 Prozent) und der Beruf (67 Prozent) im Wege. Ab 35 Jahren stellt vor allem der fehlende Partner (bei 59 Prozent) ein Problem dar. Bei 44 Prozent der über 35-Jährigen hat es mit dem Nachwuchs „einfach noch nicht geklappt“.

Auf die Frage nach den Gründen für die relativ niedrige Geburtenrate in Deutschland übten die meisten Befragten Kritik an Wirtschaft und Gesellschaft: 86 Prozent sind der Meinung, dass die unsichere finanzielle Lage oder die Sorge um den Arbeitsplatz die Entscheidung für ein Kind erschweren. 81 Prozent meinten, unsere Gesellschaft bewerte die Leistungen im Beruf höher als die in der Familie. 79 Prozent finden den Alltag auch ohne Kinder bereits anstrengend genug, 77 Prozent fehlt es an Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die Chefredakteurin von „Eltern“, Marie-Luise Lewicki, forderte, über das Thema Familie müsse wieder mit Selbstverständlichkeit gesprochen werden. Derzeit würden Debatten über Familienpolitik eher als Problemdiskussion geführt. Die Unternehmen forderte sie auf, Familien auch als Bereicherung anzusehen. Es sei an der Zeit, dass die „Anwesenheitskultur“ an vielen Arbeitsplätzen in eine „Leistungskultur“ verwandelt werde, bei der es egal sei, in welcher Zeit und von wo aus man die geforderten Aufgaben erfülle.