Nach dem Scheitern eines Treffens zweier inhaftierter deutscher Journalisten mit Angehörigen in Teheran hat das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter in Berlin einbestellt. Staatssekretär Wolf-Ruthart Born habe „sehr deutlichen Unmut“ geäußert, sagte ein Ministeriumssprecher.

Es habe „mehrfach feste Zusagen von iranischer Seite“ und demnach auch die feste Erwartung der Bundesregierung gegeben, dass die beiden Männer ihre Angehörigen in der deutschen Botschaft in Teheran treffen könnten. Familienmitglieder seien dafür extra in den Iran gereist. Auch der deutsche Botschafter habe sich über die Feiertage bereit gehalten.

Außenminister Guido Westerwelle hatte mitgeteilt, dass das für die Weihnachtsfeiertage geplante Treffen nicht zustande gekommen sei. Ob es einen weiteren Anlauf gibt, blieb zunächst offen. Der Ministeriumssprecher sagte, noch seien die Angehörigen in Teheran. Westerwelle hatte den Iran in einem Text für die "Bild am Sonntag" aufgefordert, ein Treffen "noch während der Weihnachtstage" zu ermöglichen.

Eine Schwester des Reporters sowie die Mutter des inhaftierten Fotografen waren Heiligabend nach Teheran gereist. Die beiden mit einem Touristenvisum eingereisten Journalisten sind seit dem 10. Oktober im Iran inhaftiert. Sie hatten den Sohn der wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Aschtiani ohne die im Iran erforderliche Pressegenehmigung interviewt. Seither sitzen sie im Gefängnis der Provinzhauptstadt Täbris.

dapd/ks