Irland

Schmerzensgeld für Frau, die nicht abtreiben durfte

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Einer krebskranken Irin wurde in ihrem Heimatland die Abtreibung verwehrt. Deshalb muss Irland der Frau jetzt 15.000 Euro zahlen.

Irland muss einer Frau, die trotz ihrer Krebserkrankung nicht abtreiben durfte, 15.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Dies entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Dublin habe mit dem Abtreibungsverbot das Recht der schwerkranken Klägerin auf Schutz ihres Familien- und Privatlebens verletzt.

Das Urteil stellt das strenge Abtreibungsverbot in Irland allerdings nicht grundsätzlich in Frage. Es liege im Ermessen jeden Staates zu definieren, wann das Leben beginne, stellte die Große Kammer des Straßburger Gerichts fest.

In der irischen Verfassung seien Abtreibungen zwar erlaubt, wenn eine Schwangerschaft das Leben der Frau gefährde, heißt es in dem Urteil. In der Praxis habe die Klägerin aber keine Möglichkeit gehabt, ein kompliziertes Verfahren zur Durchsetzung ihres Rechts einzuleiten.

Kein generelles Recht auf Abtreibung

Die an einer seltenen Krebsform erkrankte Frau fürchtete einen Rückfall durch die Schwangerschaft. Zudem hatte sie sich im Zuge ihrer Krebsbehandlung einer Reihe von Untersuchungen unterzogen, die dem Fötus schaden konnten.

Die Beschwerden von zwei anderen Frauen, denen Irland ebenfalls eine Abtreibung verweigert hatte, wies der Straßburger Gerichtshof hingegen ab. Sie hatten ihren Wunsch nach Abbruch der Schwangerschaft mit familiären Motiven begründet. Dazu stellten die Straßburger Richter fest, Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, der den Schutz des Familien- und Privatlebens garantiert, könne nicht als Recht auf Abtreibung definiert werden.

In dieser Frage gebe es unter den europäischen Ländern keinen Konsens, heißt es in dem Urteil. Dublin habe auf der Grundlage der „tiefen moralischen Werte des irischen Volkes“ zwischen den Grundrechten auf Schutz des Privatlebens und dem Recht der ungeborenen Kinder auf Schutz ihres Lebens abgewägt. Die drei Klägerinnen hatten sich schließlich für eine Abtreibung in Großbritannien entschieden.

( AFP/cn )

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