Die rheinland-pfälzische FDP hat den in die Kritik geratenen Parteichef Guido Westerwelle bisher nicht für Wahlkampfauftritte im Land angefragt. „Ich habe bisher einen solchen Wunsch noch nicht geäußert“, sagte der FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im März, Herbert Mertin.

Damit dementierte er Äußerungen von FDP-Generalsekretär Christian Lindner, wonach sich alle wahlkämpfenden Landesverbände um Großveranstaltungen und Abschlusskundgebungen mit Außenminister und Vizekanzler Westerwelle beworben hätten.

Mertin stellte klar, Rheinland-Pfalz habe Westerwelle für das kommende Jahr noch nicht „gebucht“. Nach Auskunft der rheinland-pfälzischen FDP stehen aber bereits Auftritte mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, Generalsekretär Linder und Finanzexperte Hermann Otto Solms fest.

Die Kritik von Wolfgang Kubicki am Bundesvorstand könne er zum Teil nachvollziehen. Es seien „nicht alle erbaut vom Zustand der Bundespartei“. Mit Blick auf Parteichef Westerwelle sagte Mertin, „es wäre günstig, wenn sich der Bundesvorsitzende über Weihnachten überlegt, wie die Partei wieder in die Offensive kommt“.

In der FDP tobt derzeit ein heftiger interner Streit. FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki hatte im „Spiegel“ den Zustand der FDP als desolat bezeichnet und mit der „Spätphase der DDR“ verglichen. Der Parteispitze warf er vor, den Zustand der Liberalen kaum wahrzunehmen.

Am Dienstag legte Kubicki nach und sagte der „Leipziger Volkszeitung“, die FDP brauche eine strategische Neuausrichtung und eine Führung, die begreife, was in den eigenen Reihen geschehe.

dapd/pku