Terrorabwehr

Toter Bin Laden - BND rechnet mit Racheaktionen

Der Bundesnachrichtendienst warnt, dass Anhänger des Terrornetzwerkes al-Qaida den Tod Osama Bin Ladens rächen könnten. Vor allem Einzeltäter seien besonders gefährlich.

Der Bundesnachrichtendienst warnt nach dem Tod des Terror-Paten Osama Bin Laden vor Racheaktionen von fanatischen Anhängern. „Wir müssen derzeit besonders auf Einzeltäter achten, die nicht aus fest strukturierten Zusammenhängen kommen, sondern mit Bestrafungsaktionen ihren Beitrag zum Dschihad leisten wollen“, sagte BND-Chef Ernst Uhrlau dem Magazin Spiegel laut einem Vorabbericht.

Attentäter wie der Frankfurter Islamist, der im März zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen erschossen hatte, seien mindestens eine so große Gefahr wie organisierte Anschläge von al-Qaida selbst.

Der Tod ihres Anführers werde die Organisation allerdings auch vor große Probleme stellen, sagte Uhrlau. Es sei sehr fraglich, ob Spenden, die vor allem wegen Bin Laden eingegangen seien, künftig noch weiter fließen würden. Unklar sei auch, ob al-Qaida-Anhänger, die ausdrücklich Bin Laden die Treue geschworen hätten, seinem Nachfolger gehorchen würden.

Zu den Extremisten, die in der Ära nach Bin Laden an Bedeutung gewinnen könnten, zählt Uhrlau den Chef von al-Qaida im Jemen, Anwar al-Aulaki. „Er gilt als charismatisch, er hat schon große Operationen geleitet, ihm traue ich eine größere Rolle zu“, erklärte der BND-Chef.

Deutsche mit Anti-Terror-Politik zufrieden

91 Prozent der Deutschen gaben im ZDF-Politbarometer an, dass sie nicht damit rechneten, dass es weltweit weniger Terroranschläge geben werde. Lediglich 6 Prozent glauben, dass die Gefahr von Anschlägen geringer geworden ist.

Die meisten Befragten zeigten sich mit den staatlichen Vorkehrungen zufrieden: 68 Prozent – und auch Mehrheiten der Anhänger aller Parteien – sind der Meinung, zum Schutz vor Terror werde genug getan. Nur 22 Prozent bezweifeln dies. Es werde zu viel getan, sagt 1 Prozent, und 9 Prozent können das nicht beurteilen.

Die auch innerhalb der Regierungsparteien umstrittene Frage einer Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze befürworten dennoch 79 Prozent der Befragten. Demnach sollen diese Gesetze, die unter anderem die Abfrage von Telefon-, Bank- und Flugdaten durch Polizei und Sicherheitsbehörden erlauben, auch über Anfang 2012 hinaus gelten. Nur 16 Prozent wenden sich gegen eine Verlängerung.