Umfrage

Union und Liberale verlieren ihre Mehrheit

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Elf Wochen nach der Bundestagswahl hat die schwarz-gelbe Koalition nach zwei Umfragen keine Mehrheit mehr im Volk. CSU-Chef Horst Seehofer zählt demnach auch nicht mehr zu den zehn wichtigsten deutschen Politikern. Die beiden beliebtesten sind altbekannte, haben allerdings an Sympathie verloren.

Elf Wochen nach der Bundestagswahl liegt die schwarz-gelbe Koalition nach den Ergebnissen zweier Umfragen nicht mehr vor den Oppositionsparteien: In der am Freitag veröffentlichten Erhebung des ZDF-„Politbarometers“ erhalten die Union und die FDP gemeinsam 47 Prozent, genauso viel wie die Oppositionsparteien SPD; Grüne und Linke zusammen.

Der ebenfalls gestern vorgestellte aktuelle ARD-Deutschlandtrend ergab sogar einen knappen Vorsprung von 49 zu 47 Prozent zugunsten der Oppositionsparteien. Eine entscheidende Rolle dabei spielte wohl der Klimagipfel in Kopenhagen: Offenbar mit Blick auf die stärker ins Bewusstsein rückende Klimathematik haben sich in beiden Umfragen die Grünen verbessert.

So meinten in der Umfrage des „Politbarometers“ 78 Prozent der Bundesbürger, dass der Klimawandel ein sehr großes oder großes Problem sei. Insgesamt 51 Prozent der Befragten meinen nach eigenen Angaben, dass hierzulande zu wenig zum Schutz des Klimas getan wird.

Parallel dazu verbesserte sich der Wert für die Grünen, denen offenbar beim Klimathema die größte Kompetenz zugetraut wird: Nach der Umfrage für das ZDF konnten sie sich von zehn auf elf Prozent verbessern. Deutlicher fällt der Zuwachs in der ARD-Umfrage aus. Hier stieg der Wert der Grünen in der Sonntagsfrage von 10,7 auf jetzt 14 Prozent.

Die FDP verliert in der Wählergunst

Die Union käme in dieser Erhebung auf 35 Prozent, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Für die FDP würden zwölf Prozent der insgesamt 1000 Befragten stimmen, das wären 2,6 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl am 27. September.

Die SPD liegt mit derzeit 24 Prozent nach der Wahl Sigmar Gabriels zum neuen Parteivorsitzenden dagegen um einen Prozentpunkt über ihrem Bundestagswahlergebnis; die Linke käme auf elf Prozent. Damit hätte die Opposition im neu gewählten Bundestag derzeit mit zwei Prozentpunkten Unterschied zu Union und FDP die Nase vorn.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen sieht dagegen ein Patt von je 47 Prozent für beide Lager. Danach kämen die Unionsparteien auf 35 und die Liberalen auf zwölf Prozent. CDU/CSU blieben damit unverändert gegenüber dem letzten „Politbarometer“ vor zwei Wochen, während die FDP einen Prozentpunkt einbüßte.

Hier verbesserte sich die SPD um einen Punkt auf jetzt 25 Prozent, die Linke kam auf elf Prozent (minus eins). Die Liste der zehn wichtigsten Politiker führt im „Politbarometer“ trotz der Debatte über den Luftschlag von Kundus erneut Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an. Auf Platz zwei bleibt Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf dem dritten Rang liegt die neue Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). CSU-Chef Horst Seehofer wird dagegen von den Bürgern nicht mehr zu den zehn wichtigsten deutschen Politikern gezählt.

( dpa/AP/AFP/dcs )