Atommächte

USA und Russland beschwören Abrüstungspläne

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Foto: AFP

Um das Verhältnis zwischen den USA und Russland war es zuletzt nicht gut bestellt. Doch an ihren Abrüstungsplänen wollen beide Staaten festhalten. Die Verringerung des Atomwaffenarsenals sei wichtig für beide Länder und die ganze Welt, erklärte Russlands Außenminister Lawrow bei seinem Besuch in Washington.

Die USA und Russland wollten ihre Abrüstungsverhandlungen ungeachtet der jüngsten außenpolitischen Differenzen fortsetzen. Das versicherten der russische Außenminister Sergej Lawrow und seine amerikanische Kollegin Hillary Clinton bei einem Treffen in Washington. Die atomare Abrüstung sei „zu wichtig für Russland und die USA und den Rest der Welt, um sie zur Geisel werden zu lassen“, sagte Lawrow.

US-Präsident Barack Obama sagte nach seinem Treffen mit Lawrow, er glaube, dass Washington und Moskau ihre Differenzen über Atomwaffen, Nahost und andere Fragen verringern könnten. „Wir haben die ausgezeichnete Gelegenheit, die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland in einer ganzen Reihe von Themen auf eine neue Basis zu stellen“, sagt Obama. Lawrow erklärte, beide Seiten arbeiteten „in einer sehr pragmatischen, geschäftsmäßigen Weise“ zusammen.

Das Treffen diente der Vorbereitung von Obamas Moskau-Besuch im Juli. Weitere Themen waren die Lage in Afghanistan und Pakistan sowie im Irak und die Weltwirtschaftskrise.

Lawrow hatte erst vor wenigen Tagen in Streit mit der Nato seine Teilnahme am nächsten Nato-Russland-Rat Ende Mai abgesagt. Weitere kontroverse Themen zwischen Moskau und Washington sind die US-Pläne für ein Raketenabwehrsystem und der Umgang mit dem iranischen Atomprogramm.

Mit der Betonung auf Gemeinsamkeiten und Zusammenarbeit will die neue US-Regierung jedoch die Beziehungen zu Moskau stärken. Dazu zählen Abrüstung, Terrorabwehr oder die Stabilisierung der Weltwirtschaft. So kündigten Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedjew bei ihrem ersten persönlichen Treffen Anfang April an, sich möglichst noch vor Dezember auf ein neues Abrüstungsabkommen zu einigen. Der erste Abrüstungsvertrag über strategische Atomwaffen (Start I) von 1991 läuft im Dezember aus.

Im Streit über das geplante US-Raketenabwehrsystem in Europa hat Washington Bereitschaft signalisiert, das Vorhaben zu überdenken. Die Unstimmigkeiten sind aber noch längst nicht aus dem Weg geräumt. Für Verstimmung sorgte in Russland auch die Forderung der USA, die beiden früheren Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien möglichst schnell in das Nato-Vorbereitungsprogramm aufzunehmen.

Moskau wirft dem Westen vor, sich zunehmend in seinen traditionellen Einflussbereich einzumischen. Scharfe Proteste aus Russland kamen deshalb auch gegen ein in dieser Woche begonnenes NATO-Manöver in Georgien. Auf den Entzug der Akkreditierung von zwei russischen Gesandten am Hauptquartier der Nato in Brüssel reagierte Moskau am Mittwoch mit der Ausweisung der Direktorin des Nato-Informationsbüros, Isabelle Francois, und ihres Stellvertreters.

Die Beziehungen zwischen den beiden Atommächten hatten sich zudem bereits unter der Regierung von US-Präsident George W. Bush deutlich verschlechtert.

( Reuters/AP/cn )

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