Zum dritten Mal in diesem Jahr haben Terroristen im Regierungsviertel von Bagdad ein Blutbad angerichtet. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mindestens103Menschen getötet. Fast 200 weitere erlitten bei den insgesamt fünf Explosionen Verletzungen. Vier Bomben detonierten am Dienstag in der Nähe des Innenministeriums, des Arbeitsministeriums, einer Kunstakademie und eines Gerichtsgebäudes. Ein Selbstmordattentäter riss in dem südlichen Vorort Al-Dura mehrere Polizisten mit in den Tod, als er sich neben ihrer Patrouille in die Luft sprengte.
Über der Innenstadt von Bagdad stiegen große, schwarze Rauchwolken auf. Nach Angaben von Augenzeugen und Polizisten detonierten die Bomben in der Nähe des Al-Dschurdscha-Marktes im Stadtzentrum, im Al-Kahira-Viertel im Norden der Stadt und im Stadtteil Karch. Der Markt war bereits mehrfach Ziel von Terroranschlägen gewesen.
Am Montag waren bei einer Bombenexplosion auf einem Schulhof im schiitischen Sadr-Viertel sieben Kinder ums Leben gekommen. Nach den Worten eines Polizeisprechers war es zunächst unklar, ob die Bombe gezündet wurde oder ob sie unabsichtlich zur Explosion gebracht wurde, als jemand einen Müllhaufen anbrannte. Am selben Tag wurden fünf Wachleute in einem sunnitischen Stadtviertel im Norden Bagdads von Unbekannten erschossen
Im August waren durch eine Bombenserie im Regierungsviertel von Bagdad rund 100 Menschen ums Leben gekommen. Im Oktober starben 153 Iraker, als kurz hintereinander neben dem Justizministerium und dem Gebäude des Provinzrates Bomben explodierten. Im November kamen 88 Menschen bei Anschlägen ums Leben. Das ist nach offiziellen Angaben der niedrigste Stand seit der US-Invasion im Jahr 2003.
dpa/AFP/Reuters





