Weitere Eskalation

Nordkorea droht Südkorea erneut mit Militärschlag

Südkorea will als Schutzmaßnahme die Präsenz seiner Armee im Gelben Meer verstärken. China fordert ein Ende militärischer Provokationen.

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Nordkorea hat nach dem Beschuss einer südkoreanischen Insel durch seine Streitkräfte mit weiteren Militärschlägen gegen das Nachbarland gedroht.

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Nordkorea hat nach dem Beschuss einer südkoreanischen Insel durch seine Streitkräfte mit weiteren Militärschlägen gegen das Nachbarland gedroht. „Nordkorea wird, ohne zu zögern, eine zweite oder sogar eine dritte Runde von Anschlägen starten, sollten die Kriegstreiber in Südkorea erneut rücksichtslos provozieren“, zitierte die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA aus einer Mitteilung des Militärs in Pjöngjang.


Zugleich wurde dem Süden und den USA die Schuld für das Artilleriegefecht zwischen Süd- und Nordkorea am Dienstag im Gelben Meer zugeschoben. Der Angriff sei erfolgt, weil die südkoreanische Armee bei einer Militärübung in nordkoreanisches Hoheitsgewässer vorgedrungen sei, hieß es in einer Mitteilung der nordkoreanischen Regierung. Die Insel Yonpyong liegt auf der Seegrenze der beiden Länder, die jedoch von Nordkorea nicht anerkannt wird.

Südkorea will in Reaktion auf die Eskalation nach Angaben eines Sprechers des Präsidialamts seine Militärstreitmacht auf fünf Inseln entlang der Grenze zum Norden verstärken. Das Militär wolle seine „eher passive“ Haltung aufgeben und einen „Paradigmenwechsel“ herbeiführen, sagte ein Sprecher von Präsident Lee Myung Bak in Seoul, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.

Es solle insgesamt mehr Geld für die Landesverteidigung ausgeben werden. Lee rief zudem für Donnerstag eine Krisensitzung ein, um die wirtschaftlichen Folgen der Beschüsse durch Nordkorea einzudämmen.

Chinas Regierungschef Wen Jiabao rief zu einem Ende militärischer Provokationen zwischen Süd- und Nordkorea aufgerufen. Sein Land wolle den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel aufrechterhalten und spreche sich gegen „jegliche provozierenden militärischen Aktivitäten“ aus, sagte Wen laut einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung des chinesischen Außenministeriums am Vortag bei einem Besuch in Moskau.

Ob Wens Äußerungen sich auf Nordkoreas Beschuss der südkoreanischen Insel Yonpyong am Dienstag oder auch auf die für das kommende Wochenende angekündigte gemeinsame Militärübung Südkoreas und der USA im Gelben Meer bezogen, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Chinas Ministerpräsident mahnte demnach aber eine baldige Wiederbelebung der Sechs-Parteien-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm an.

Zuvor hatten die USA China aufgefordert, klar gegen den kommunistischen Nachbarn Stellung zu beziehen. Peking müsse ein deutliches Signal an Pjöngjang senden, dass es die provokativen Akte gegen Südkorea beenden müsse, sagte der Sprecher des US- Außenministeriums, Philip Crowley, am Mittwoch inWashington. China solle klar machen, dass es die Verantwortung für die aktuellen Spannungen eindeutig bei Nordkorea sehe. „So wie wir auch“, sagte Crowley.

Bereits am Vortag hatte sich die US-Regierung angesichts des Angriffs entrüstet gezeigt. Präsident Barack Obama hatte die Bündnis- Partnerschaft mit Seoul bekräftigt und sich „empört“ geäußert. Auch will Obama die internationale Gemeinschaft zu einem geschlossenen Vorgehen gegen Nordkorea bewegen.

Nordkorea hatte nach südkoreanischen Angaben am Dienstag 170 Granaten in Richtung Yonpyong geschossen. Durch den Angriff kamen zwei Soldaten und zwei Zivilisten ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

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