Ärger mit Medien

Guttenberg entschuldigt sich auch für Presse-Eklat

Mit seiner kurzfristig anberaumten Stellungnahme hat der Minister die Berliner Medien verärgert. Jetzt entschuldigte er sich auch für die missratene Terminplanung.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verzichtet als Konsequenz aus den Vorwürfen um seine Doktorarbeit vorrübergehend auf das Führen des Doktortitels. Doch mit einer Erklärung im kleinen Kreis löste er einen neuen Eklat aus.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich bei den Hauptstadtjournalisten für die kurzfristige Anberaumung seiner Stellungnahme zu den Plagiatsvorwürfen entschuldigt. Er werde künftig versuchen, "Parallelunterrichtungen zu vermeiden", ließ der Minister per Brief wissen. Lesen Sie hier Guttenbergs Stellungnahme im Wortlaut.

Guttenberg hatte am Mittag in seinem Ministerium nur vor wenigen ausgewählten Journalisten Fehler bei der Erstellung seiner Dissertation eingeräumt und sich entschuldigt. In der zeitgleichen Bundespressekonferenz hatte der Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Nachfrage nur berichten können, dass ihm die Inhalte der Stellungnahme nicht bekannt seien. Die Mitglieder der Bundespressekonferenz verließen daraufhin aus Protest den Saal und empörten sich heftig über den Minister.

Die Bundespressekonferenz, der Verein der Hauptstadtjournalisten, protestierte in einem Brief an Guttenberg „auf das Schärfste“ gegen dessen Informationspolitik in der Affäre um seine Doktorarbeit. Der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, der ZDF-Journalist Werner Gößling, erklärte: „Wir empfinden es als Brüskierung, dass Sie zeitgleich mit der Regierungs-Pressekonferenz nur 'ausgewählten Medien' eine von allen seit langem erwartete Erklärung gegeben haben.“ Er fügte an: „Wir erwarten, dass Sie sich möglichst bald den Fragen der Hauptstadtpresse stellen.“

Auch vom Deutschen Journalisten-Verband kam Kritik. Es sei nicht akzeptabel, dass der Minister nur vor einer Handvoll Journalisten eine vorgefertigte Erklärung zu den Plagiatsvorwürfen vorlese, statt sich kritischen Fragen etwa der Bundespressekonferenz zu stellen, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. „Von einem Mitglied der Bundesregierung erwarten die Journalistinnen und Journalisten Transparenz und nicht eine Informationspolitik nach Gutsherrenart.“

Der DJV-Vorsitzende stellte zudem klar, dass der Umgang Guttenbergs mit den Plagiatsvorwürfen keine Privatangelegenheit sei. „Es geht um die Glaubwürdigkeit des Verteidigungsministers, dessen Doktorarbeit deshalb von großem öffentlichem Interesse ist.“

Die Bundespressekonferenz (BPK) ist als eingetragener Verein organisiert. Mitglied kann nur werden, wer hauptberuflich für deutsche Medien aus Berlin oder Bonn über Bundespolitik berichtet. Derzeit gehören der BPK mehr als 900 Parlamentskorrespondenten an.