EU-Treffen

Welche Minister in Brüssel am meisten schwänzen

Trotz Krise hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle nur einmal die Reise zum Treffen seiner EU-Ministerkollegen angetreten. Andere Minister sind jedoch auch nicht viel besser.

Foto: pa/dpa / dpa

In Brüssel wundern sich Diplomaten schon lange über die geringe Präsenz einiger deutscher Ressortchefs bei wichtigen EU-Ministertreffen, den so genannten Räten. Jetzt geht aus einer neuen Liste des Auswärtigen Amtes (AA) über das Jahr 2010, die Morgenpost Online vorliegt, hervor: Die größten Brüssel-Schwänzer sind Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP).

Brüderle nahm trotz Wirtschaftskrise nur an einem von fünf Wettbewerbsräten teil – einmal fehlte er allerdings wegen Schneechaos. Der Grünen-Abgeordnete Manuel Sarrazin, der die AA-Liste angefordert hatte: „Brüssel und Brüderle passen nicht zusammen. In den Rat für Wettbewerbsfähigkeit schickt Brüderle regelmäßig seine Staatssekretäre.“

Rösler war laut AA im vergangenen Jahr bei keinem einzigen der für ihn relevanten EU-Treffen. Von der Leyen fehlte bei drei von vier Räten zur Sozialpolitik.

Am häufigsten erschienen CDU-Innenminister Thomas de Maizière (fünf Teilnahmen/sechs Treffen), FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (4/6), CDU-Umweltminister Norbert Röttgen (3/4) und CSU-Verkehrsminister Peter Ramsauer (4/6) in Brüssel.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nahm an sieben von zwölf EU-Treffen teil, Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kam – aus Krankheitsgründen – nur zu sechs von zwölf Räten.

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