Milliarden-Sparliste

Bundeswehr soll 9,3 Milliarden Euro einsparen

Das Verteidigungsministerium plant offenbar massive Kürzung bei Waffen und Gerät. Nun wurde erstmals die Sparliste bekannt.

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Das Bundesverteidigungsministerium plant einem Zeitungsbericht zufolge erhebliche Einsparungen bei Waffen und Gerät. Experten des Ministeriums hätten eine Sparliste erarbeitet, deren Umsetzung langfristig 9,3 Milliarden Euro einsparen solle, berichtet die „Bild"-Zeitung.

Demnach sollen 15 Transall-Transportflugzeuge sofort still gelegt und die Zahl der neuen A400M reduziert werden. Statt der geplanten 122 NH-90-Hubschraubern sollten nur noch 80 gekauft, von den vorgesehenen 80 „Tiger“-Kampfhubschraubern nur noch 40 beschafft werden.

In der 23-seitigen Unterlage mit dem Titel „Priorisierung Materialinvestitionen – Handlungsempfehlungen“ werde Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg außerdem empfohlen, die geplante Reduzierung der „Tornado“-Flotte von 185 auf 85 schnellstmöglich voranzutreiben, berichtet die Zeitung weiter.

Die Untersuchung komme außerdem zu der Empfehlung, auf die Beschaffung der Teiltranche 3b mit 37 Flugzeugen „Eurofighter“ zu verzichten. Die Marine solle mittel- bis langfristig acht Fregatten, zehn Schnellboote und 21 „Sea King“-Hubschrauber außer Dienst stellen und statt vier nur noch drei neue Fregatten der Klasse 125 bestellen. Das Luftabwehrsystem Meads solle dagegen nicht gestrichen werden.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte im Mai angekündigt, bei der Bundeswehr jährlich mehr als eine Milliarde Euro einsparen zu wollen. Dabei solle zunächst beim Personal gekürzt werden.