Russland

Kaukasische Terroristen drohen mit "Jahr des Blutes"

| Lesedauer: 2 Minuten
Florian Flade

Ein Video zeigt den mutmaßlichen Selbstmordattentäter von Moskau mit Terrorführer Dokku Umarow. Er kündigt eine "Spezialoperation" an.

Zwei Wochen nach dem blutigen Selbstmordanschlag mit 36 Toten auf den Moskauer Flughafen Domodedowo ist ein Video einer kaukasischen Terrorgruppe veröffentlicht worden, das möglicherweise den Attentäter vor seiner Operation zeigt. Der Anschlag in Moskau wird nicht direkt erwähnt, aber vieles spricht dafür, dass die Aufnahme vor dem Attentat entstand und als eine Art Bekennervideo zu verstehen ist.

Ein junger Mann in Flecktarn-Uniform, der sich "Saifullah" nennt, erklärt in der Videoaufnahme, die Morgenpost Online vorliegt, er sei ein Gotteskrieger des "Islamischen Emirates Kaukasus", einer Terrorgruppe die eine Errichtung eines islamischen Gottesstaates in den russischen Teilrepubliken des Nordkaukasus anstrebt. Er werde eine Operation ausführen, so der mutmaßliche Selbstmordattentäter, "damit Allahs Wort das höchste wird und unsere Länder befreit werden". An den russischen Präsidenten Medwedew gerichtet sagt der junge Mann, die russische Führung solle wissen, dass "wir nicht wenige sind, sondern nach mir noch viele kommen werden."

Neben dem mutmaßlichen Selbstmordattentäter von Moskau ist im aktuellen Video auch der meistgesuchte Terrorist Russlands, der Rebellenführer Dokku Umarow, zu sehen. Umarow kündigt weitere Terroranschläge in Russland an und droht mit einem "Jahr des Blutes und der Tränen". Der gebürtige Tschetschene erklärt, der junge Mann namens Saifullah, der im Video zu seiner Linken sitzt, werde für eine "Spezialoperation" nach Moskau entsandt.

Der Chef der für Selbstmordanschläge verantwortlichen Spezialeinheit der kaukasischen Islamisten, Amir Khamzat, taucht ebenfalls in dem Propagandavideo auf. Khamzat kommandiert die "Riyad us-Salihin"-Brigaden ("Paradiesgärten"), die in der Vergangenheit mehrfach die Verantwortung für Attentate in Russland übernahmen. Er bitte Allah, so Khamzat, dass der junge Kämpfer Saifullah eine einfache Reise haben werde und ins Paradies gelange.

Unklar bleibt, ob der mutmaßliche Selbstmordattentäter in dem aktuellen Islamisten-Video tatsächlich verantwortlich ist für das Attentat auf den Moskauer Flughafen am 24.Januar. Mehr als 36 Menschen, darunter mehrere Ausländer, waren bei der Bluttat getötet worden, über 120 weitere wurden verletzt. Zur Tat bekannte sich zunächst keine Terrorgruppierung.

Russische Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass es sich bei dem Attentäter um den 20-jährigen Magomed Yevloyev aus dem Dorf Ali-Yurt in der kaukasischen Teilrepublik Inguschetien handelt. Yevloyev war vor einem halben Jahr aus seinem Heimatdorf verschwunden, berichteten Angehörige. Vermutlich habe er sich Dokku Umarow und seiner Rebellengruppierung angeschlossen. Nach dem Anschlag am Moskauer Flughafen in Januar hatten Ermittler Leichenteile des jungen Inguscheten am Tatort gefunden.

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