Nach zwei Selbstmordanschlägen in Moskau hat der russische Ministerpräsident Wladimir Putin eine gnadenlose Jagd auf die Hintermänner der Tat angekündigt.
„Ein Verbrechen ist begangen worden, das schrecklich ist in seinen Konsequenzen und abscheulich in seiner Art“, sagte Putin zu Beginn einer Videokonferenz mit ranghohen Vertretern der Sicherheitsbehörden.
„Ich bin zuversichtlich, dass die Polizei- und Justizbehörden keine Anstrengung unterlassen werden, die Kriminellen zu finden und zu bestrafen. Die Terroristen werden zerstört werden. Sie werden ausgelöscht.“
Putin befahl dem Verkehrsministerium, die Anti-Terror-Maßnahmen für den Nahverkehr zu verbessern. Ein Sprecher Putins teilte mit, der Ministerpräsident werde seinen Sibirien-Besuch abbrechen und unverzüglich nach Moskau zurückkehren.
Zuvor ließ Dmitri Medwedjew nach den Anschlägen auf die Moskauer U-Bahn die Sicherheitsvorkehrungen landesweit verschärfen.
Auch an allen russischen Flughäfen wurden die Kontrollen verstärkt. Der Präsident hielt für die Opfer des Anschlags eine Schweigeminute ab, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde.
Zugleich kündigte er die Fortsetzung des harten Anti-Terror-Kurses seiner Regierung an. „Wir werden unsere Operationen gegen die Terroristen ohne Kompromisse bis zum Ende führen“, sagte Medwedjew nach Angaben der Agentur Interfax.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich von den Anschlägen erschüttert. „Das ist ein schreckliches Ereignis“, sagte sie am Rande ihrer Türkei-Reise in Ankara. Sie habe Medwedjew ihr tiefes Bedauern übermittelt. Die Verbrechen seien ein Rückschlag für die russischen Bemühungen um Sicherheit, sagte Merkel.
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte das Attentat als „verabscheuungswürdig“. Deutsche waren nach seinen Angaben nicht unter den Opfern. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sicherte Russland „die umfassende Solidarität Frankreichs angesichts dieser feigen und ehrlosen Tat“ zu.
Zwei Selbstmordattentäterinnen hatten sich am Montagmorgen während des Berufsverkehrs in der Moskauer U-Bahn in die Luft gesprengt und dabei mindestens 37 Menschen in den Tod gerissen. Dutzende erlitten den Behörden zufolge teils schwere Verletzungen.
Zu dem Doppelattentat bekannte sich zunächst keine Extremistengruppe. Der Chef der Sicherheitsdienste, Alexander Bortnikow, vermutete aber eine Verbindung zu Rebellengruppen im Nordkaukasus. Es seien auch Leichenteile der mutmaßlichen Täterinnen gefunden worden.
In der Vergangenheit hatten wiederholt Witwen getöteter Rebellen aus dem Nordkaukasus solche Anschläge verübt.
Reuters/dpa/AFP/fas





