Bundesweht

Aus Feldpost wurden Datenträger entwendet

Feldpost an deutsche Soldaten wurde nicht nur unrechtmäßg geöffnet - es wurden auch Datenträger entwendet. Das bestätigte nun das Verteidigungsministerium.

Foto: dpa / dpa/DPA

Aus den geöffneten Feldpostbriefen der Bundeswehr-Kampftruppen in Afghanistan sind USB-Sticks und Speicherkarten entnommen worden. Das bestätigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Steffen Moritz, am Montag. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Von den etwa 20 geöffneten Briefen wurden nach dpa-Informationen rund ein Dutzend unrechtmäßig aufgemacht. Der Rest soll rechtmäßig vom Zoll geöffnet, kontrolliert und dann entsprechend gekennzeichnet worden sein. Moritz hatte zuvor bereits gesagt, dass im fraglichen Zeitraum die betreffende Feldpost von einem privaten Kurier und nicht wie üblich von der Bundeswehr selbst transportiert worden sei. Der Vertragspartner sei „mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit afghanischer Nationalität“. Einen ersten Untersuchungsbericht zu der Feldpostaffäre will die Bundeswehr noch am Montag vorlegen.

Ob die Verantwortung für die unrechtmäßig geöffneten Briefe innerhalb der Bundeswehr liegt, ist weiter unklar. Die Briefe wurden von dem Vorposten in das Bundeswehr-Hauptquartier in Masar-i-Scharif von einem afghanischen Unternehmen transportiert. Der Transport erfolgt in der Regel in versiegelten Containern.

Die geöffnete Feldpost ist einer von mehreren Fällen, die Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in den vergangenen Tagen unter Druck gebracht hatten.

Zudem war es nach dem Sturz einer Kadettin aus der Takelage auf der "Gorch Fock" zu Meutereivorwürfen gekommen. Guttenberg entband den Kommandanten des Schiffes schließlich von seinen Aufgaben, nachdem immer mehr Berichte über extreme Härte in der Ausbildung und auch sexuelle Belästigung aufkamen.

Zudem gab es noch einen Todesfall. Ein Soldat erschoss offenbar versehentlich in Afghanistan einen Kameraden. In allen Fällen regten sich Vorwürfe gegen Guttenberg, die Öffentlichkeit und auch das Parlament seien nicht sofort und umfassend informiert worden.

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