Terrorismus

US-Behörden jagen Al-Qaida-Chefplaner

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Foto: dpa

Adnan El Shukrijumah soll hinter dem Anschlagsversuch auf die New Yorker U-Bahn 2009 stehen. Jetzt jagt ihn das FBI und verspricht 15 Millionen Kopfprämie.

Die US-Behörden machen Jagd auf einen mutmaßlichen Anführer des Terrornetzwerks al Qaida, der seine Jugend in den USA verbracht hat. Adnan El Shukrijumah sei Chefplaner der Al-Qaida-Operationen im Ausland und „extrem gefährlich“, sagte ein Agent der Bundespolizei FBI. Der derzeit in Pakistan vermutete Islamist soll hinter dem Anschlagsversuch auf die New Yorker U-Bahn 2009 stehen.

Shukrijumahs Rang bei al Qaida entspreche dem des „Einsatzchefs“, sagte FBI-Spezialagent Brian LeBlanc auf CNN. „Er ist wohl nicht jemand, der hierher kommt, um einen Anschlag auszuführen.“ Aber der 35-Jährige plane Angriffe und rekrutiere al-Qaida-Kämpfer, das mache ihn umso gefährlicher.

Der in Saudi-Arabien geborene Shukrijumah kam den Angaben zufolge als Kind in die USA. Er habe zunächst im New Yorker Stadtteil Brooklyn gelebt, bevor er in den 90er Jahren mit seiner Familie in den Bundesstaat Florida gezogen sei. Als Erwachsener habe er kleine Jobs übernommen und Englischkurse belegt.

Im Juni 2001 soll Shukrijumah nach Afghanistan gegangen sein. Wenige Monate später, kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September, sprach seine Mutter nach eigener Aussage das letzte Mal mit ihm. Laut CNN sagte sie, in dem Telefonat habe sie mit ihrem Sohn darüber gestritten, ob er nach den Anschlägen sicher in die USA zurückkehren könne. Von möglichen terroristischen Aktivitäten ihres Sohnes will die Mutter nichts wissen: „Mein Sohn ist kein gewalttätiger Mensch. Er ist sehr nett, großzügig“, zitierte CNN die nicht namentlich genannte Frau.

Laut FBI fing Shukrijumah als Tellerwäscher in einem Al-Qaida-Trainingscamp an und stieg in der Hierarchie des Terrornetzwerks auf. Sein Aufstieg sei auch dadurch befördert worden, dass zwei Al-Qaida-Anführer bei Angriffen von US-Drohnen getötet worden seien. Mittlerweile soll Shukrijumah im an Afghanistan grenzenden pakistanischen Stammesgebiet Waziristan leben.

Das FBI hat auf Shukrijumah ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar (rund 3,8 Millionen Euro) ausgesetzt. Auf dem Fahndungsplakat sind Fotos des 35-Jährigen mal mit, mal ohne Bart und mit unterschiedlich langem Haar zu sehen. Er habe eine auffällige Nase, sei Asthmatiker und verwende unter anderem auch die Namen Abu Arif und Jaffar El-Tayyar, heißt es in der Beschreibung. Es sei davon auszugehen, dass Shukrijumah „bewaffnet und gefährlich“ sei.

Shukrijumah wird unter anderem vorgeworfen, hinter einem Anschlagsversuch auf die New Yorker U-Bahn im September 2009 zu stecken. Der nach eigener Aussage daran beteiligte Najibullah Zazi habe Shukrijumah auf einem Video als den Mann identifiziert, der ihn und seine Komplizen zu dem Anschlagsversuch überredet habe, sagte FBI-Agent LeBlanc auf CNN. Auch der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, Khalid Sheikh Mohammed, habe Informationen über Shukrijumah geliefert.

Im Verfahren um den Anschlagsversuch auf die New Yorker U-Bahn plädierte der 26-jährige Adis Medunjanin am Freitag vor einem US-Bundesgericht in Brooklyn auf nicht schuldig. Zazi hatte sich im Februar schuldig bekannt, der Mitangeklagte Zarein Ahmedzay legte im April ein Geständnis ab. Den drei Männern droht lebenslange Haft.

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