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Linke braucht laut Gysi noch Jahre zum Verschmelzen

Das Zusammenwachsen von PDS und WASG zu einer Partei dauert länger, als Linke-Franktionschef Gysi gedacht hätte. Er gibt sich aber optimistisch.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Nach den internen Auseinandersetzungen im auslaufenden Jahr sieht Linke-Fraktionschef Gregor Gysi die Partei nun auf gutem Weg. „Wir haben uns erstmal mit uns selbst beschäftigt. Seit September sind wir wieder deutlich politischer geworden, was ich auch sehr begrüße“, sagte er. Zuletzt hatten interne Querelen das Bild der Partei nach außen bestimmt.

Nach Ansicht Gysis braucht die Linke aber noch Zeit, um sich nach der Fusion mit der Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) zusammenzuraufen. „2007 haben wir uns vereinigt. Ich sage mal, zwei Jahre brauchen wir noch“, meinte er. Das Zusammenwachsen dauere länger, als er gedacht habe. „Ich bin jetzt optimistischer als vor einem Jahr. Vor einem Jahr war ich voll pessimistisch.“

Die noch laufenden Streitereien in der Partei bezeichnete Gysi als „Geplänkel“, was damit zusammenhänge, dass die Linke Ende 2011 ein Parteiprogramm beschließen wolle. Darüber werde jetzt diskutiert, um schließlich Kompromisse zu finden. Das Programm brauche einen breiten Konsens. „Wir können mit einem Programm für 55 Prozent der Mitglieder nichts anfangen. Wir brauchen eines für 90 Prozent“, sagte er.

Befragt nach einer Bewertung der im Mai eingesetzten neuen Doppelspitze Gesine Lötzsch und Klaus Ernst sagte Gysi: „Ich finde, dass sie gute Vorsitzende sind und dass sie sich ausgleichen. Sie sind so extrem unterschiedlich, dass sie schon wieder gut zueinander passen.“ Man dürfe aber nicht den Fehler machen und sie an ihren Vorgängern Oskar Lafontaine und Lothar Bisky messen. „Das ist immer ungerecht. Sie müssen ihre eigene Rolle spielen.“

Lötzsch und Ernst brauchten aber mehr Unterstützung. „Sie brauchen in unserer Partei noch mehr Zentristen, also Leute, die nicht sagen, A hat recht oder Z hat recht, sondern die sagen, ich brauche A und brauche Z, also muss ich sehen, wie ich einen Weg für beide finde.“

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