Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag unter Berufung auf Parteikreise berichtet, will Oskar Lafontaine sein Bundestagsmandat noch behalten. Im brandenburgischen Rheinsberg kommt die Fraktion um 11.00 Uhr zu ihrer konstituierenden Sitzung nach der Bundestagswahl zusammen.

Wie "Spiegel Online" berichtet, soll der bisherige Ko-Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi die Leitung der Bundestagsfraktion künftig allein übernehmen.

Die saarländische Linke hatte bei der Landtagswahl am 30. August mit Lafontaine als Spitzenkandidat auf Anhieb auf 21,3 Prozent erreicht. Die Landtagsfraktion wählte den 66-Jährigen bereits zu ihrem Vorsitzenden. Die Saar-Linken werden möglicherweise mit der SPD und den Grünen die Landesregierung bilden. Die Grünen wollen sich endgültig aber erst am Wochenende entscheiden.

In der Bundespartei hatte es stets geheißen, Lafontaine werde in Saarbrücken Koalitionsverhandlungen führen, aber dann zu seiner Bundestagsarbeit zurückkehren. Gerüchte vor knapp zwei Wochen über seinen möglichen Rückzug aus Berlin waren in der Bundespartei als „Quatsch“ bezeichnet worden.

Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, Lafontaine wolle einen Wechsel in die saarländische Landespolitik davon abhängig machen, ob dort eine rot-rot-grüne Koalition zustande kommt. In diesem Fall wolle Lafontaine als Landesfraktionschef die dort relativ unerfahrene Truppe der Linken zusammenhalten. Am Vorsitz der Bundespartei wolle er aber zunächst festhalten.

Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch hatte zuvor den Verzicht von Lafontaine auf den Fraktionsvorsitz als angedeutet: „Es ist so, dass Oskar Lafontaine uns gesagt hat, dass er eine besondere Verantwortung für die Regierungsbildung an der Saar habe“, sagte Bartsch dem Bayerischen Rundfunk. Er kündigte weiter an, er werde sich für Gysi als alleinigen Fraktionschef einsetzen, sollte Lafontaine tatsächlich auf dieses Amt verzichten.

dpa/AFP/omi