Die nordkoreanische Armee hat einem Bericht zufolge den jüngsten Sohn von Staatschef Kim Jong-il als Delegierten für das erste Treffen der Parteiführung seit drei Jahrzehnten nominiert. Die Armee habe am 25. August neben Kim Jong-il auch dessen 27-jährigen Sohn Kim Jong-un als Delegierten bestimmt, berichtete die südkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“ unter Berufung auf nordkoreanische Quellen. Nur „ranghohe Offiziere“ hätten davon gewusst. Offiziell war lediglich die Nominierung des Vaters für das am Dienstag beginnende Parteitreffen bekanntgegeben worden, bei dem Teile der Führungsspitze neu bestimmt werden sollen.
Seit einiger Zeit wird spekuliert, dass der gesundheitlich angeschlagene 68-jährige Staatschef seinem jüngsten Sohn die Macht in dem kommunistischen Staat übertragen will. Auf dem Parteitreffen könnte Beobachtern zufolge der Weg für die Machtübergabe geebnet werden. Der in der Schweiz ausgebildete Kim Jong-un könnte demnach einen einflussreichen Posten erhalten, etwa im Zentralkomitee der Partei. Eine solche Entscheidung würde aber möglicherweise nicht öffentlich bekannt gegeben.
Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte das Parteitreffen als „historisches Ereignis“ bezeichnet. Bei der letzten Zusammenkunft 1980 war Kim Jong-il als möglicher Nachfolger seines Vaters Kim Il-sung ernannt worden, der 1994 starb. Die Armee ist in Nordkorea äußerst einflussreich. Mit 1,9 Millionen Soldaten zählt sie zu den größten Streitmächten der Welt.
AFP/cn





