Zuwanderung

Junge Liberale finden Seehofers Äußerung "unsinnig"

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Die Ablehnung von Zuwanderern aus "anderen Kulturkreisen" bringt dem CSU-Chef Ärger ein. Er sei wohl "latent xenophob", meint der FDP-Nachwuchs.

Die Jungen Liberalen (Julis) haben CSU-Chef Horst Seehofer scharf für seine jüngsten Äußerungen zur Zuwanderung attackiert. „Das sind vollkommen unsinnige Äußerungen“, sagte der Vorsitzende der Jungliberalen, Lasse Becker. Seehofer hatte sich gegen Zuwanderung „aus anderen Kulturkreisen“ gewandt.

Becker mahnte, Deutschland brauche qualifizierte Zuwanderung, um Fachkräftemangel auszugleichen. Beispielsweise kämen aus dem Iran hochqualifizierte Ingenieure. Qualifikation und Integrationswilligkeit seien hier entscheidend und nicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kulturkreis. „Abschottungsfantasien aufgrund verschiedener Religionen“ sei hier fehl am Platze, warnte Becker. Er warf Seehofer „latente Xenophobie„ vor und betonte: „Manchmal habe ich den Eindruck, Seehofer stammt selbst aus einem anderen Kulturkreis.“

Seehofer sagte bei dem Bezirksparteitag, bei aller religiöser Toleranz in Deutschland dürfe das christliche Wertesystem nicht konterkariert werden. Er sei für Toleranz gegenüber anderen Religionen. Dafür aber müssten Menschen aus nicht-christlichen Kulturen die deutsche Alltagskultur akzeptieren.

Das einst von den Grünen propagierte Konzept einer multi-kulturellen Gesellschaft hält der CSU-Chef für gescheitert: „Die Realität hat gezeigt: Multi-Kulti ist tot. Töter kann es gar nicht sein.“

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte in Heroldsbach beim Parteitag der CSU Oberfranken: „Das Gespräch mit anderen Kulturen darf nie zur Relativierung der eigenen führen.“ Guttenberg forderte die CSU-Mitglieder auf, die Werte der christlichen Kultur „nicht verdruckt, sondern mit offenem Herzen nach außen zu tragen“. Es müsse immer wieder in Erinnerung gerufen werden, dass die Wurzeln des Abendlandes nun mal im Christentum lägen, sagte er.

( dapd/dpa/cn )