Lech Kaczynski

Angetrunkener Luftwaffenchef verursachte Absturz

Nach dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine im April 2010 benennt eine Expertenkommission einen Schuldigen: den alkoholisierten Luftwaffenchef.

Der tödliche Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski in Russland ist nach Angaben einer Untersuchungskommission von dem angetrunkenen Luftwaffenchef an Bord verursacht worden. Das teilte die bilaterale Kommission in Moskau mit.

Der Kommandeur Andrzej Blasik habe bei dem Absturz vor neun Monaten mit 0,6 Promille Alkohol im Blut trotz Warnungen der russischen Flugüberwachung die Piloten zur Landung gezwungen. Blasik sei im Cockpit gewesen.

Bei der Flugzeugtragödie von Smolensk waren am 10. April 2010 Kaczynski, seine Frau sowie alle 94 weiteren Insassen der Präsidentenmaschine ums Leben gekommen. Die Delegation war auf dem Weg ins russische Katyn, um der Opfer des Massakers an rund 22.000 Polen während des Zweiten Weltkriegs zu gedenken.

Beide Länder, deren Beziehungen durch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg historisch belastet sind, näherten sich in ihrer gemeinsamen Trauer anlässlich des Unglücks an. Allerdings wuchs später die Kritik Polens an den russischen Ermittlungen zur Absturzursache. Polens Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete vorläufige Ermittlungsergebnisse kürzlich als inakzeptabel und fehlerhaft.

Unmittelbar nach dem Absturz hatten russische Experten den Piloten der Maschine eine Mitschuld gegeben. Die Piloten hätten trotz mehrfacher Warnung versucht, die Maschine vom Typ Tupolew TU-154 im dichten Nebel auf dem Flughafen der westrussischen Stadt Smolensk zu landen.