Ehefrau vor Versetzung

Ursula Sarrazin droht mit rechtlichen Schritten

Nach dem Streit mit Eltern ihrer Charlottenburger Grundschule, geht die Lehrerin in die Offensive. Es ist nicht das erste Mal, dass die pädagogischen Methoden von Thilo Sarrazins Frau kritisiert werden.

Haben Eltern Probleme mit einer Lehrkraft, so ist das meist kein Grund, die Auseinandersetzung in aller Öffentlichkeit zu führen. Es sei denn, die Lehrerin heißt Ursula Sarrazin. In diesem Fall wird der Streit zwischen Eltern und Lehrerin in der Presse ausgetragen.

Frau Sarrazin hat sich deshalb mit einem Schreiben, das der Morgenpost Online vorliegt, an den Vorsitzenden des Landeselternausschusses, Günter Peiritsch, gewandt und diesem rechtliche Schritte angedroht. „Ihre öffentlichen Äußerungen erfüllen den Tatbestand der üblen Nachrede … Hier wird ein Wahlamt von Ihnen missbraucht. Sollte sich die üble Nachrede wiederholen, behalte ich mir rechtliche Schritte vor“, heißt es in dem Schreiben. Herr Peiritsch kenne weder sie noch ihre Unterrichtsmethoden, sagte Ursula Sarrazin am Sonntag Morgenpost Online.

Es ist nicht das erste Mal, dass es Streit über die pädagogischen Methoden der Grundschullehrerin gibt. Eltern werfen ihr laut Peiritsch einen harschen, verletzenden Umgangston gegenüber den Schülern vor. Bereits 2008 hatte eine Mutter deswegen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Frau Sarrazin gestellt.

Dieses Mal jedoch hat die Auseinandersetzung zwischen Elternvertretern der Reinhold-Otto-Grundschule in Charlottenburg und der Lehrerin Ursula Sarrazin auch eine politische Dimension. Das hat mit dem Aufsehen zu tun, für das der SPD-Politiker und Ehemann der Grundschullehrerin, Thilo Sarrazin, mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ gesorgt hat. Thilo Sarrazin bezeichnete es gegenüber „Bild am Sonntag“ dann auch als Sippenhaft, was seiner Frau nun im Berliner Schulbetrieb widerfahren würde.

Was ist geschehen? Landeselternsprecher Peiritsch sagte, dass sich Eltern, deren Kinder die Reinhold-Otto-Schule besuchen, gegen verbale Entgleisungen und den sehr autoritären Unterrichtsstil der Lehrerin Ursula Sarrazin zur Wehr setzten. „Ich weiß von Schülern, die sich weinend über die ungerechte Behandlung durch Frau Sarrazin beklagt haben“, sagte Peiritsch. Kinder, die etwas nicht verstehen, seien von ihr als faul und unintelligent bezeichnet worden. „Eltern haben mir zudem berichtet, dass Frau Sarrazin Schüler auch mit ‚Du Opfer‘ oder ‚Du Hauptschüler‘ angesprochen hat“, so Peiritsch weiter.

Ursula Sarrazin bestreitet diese Vorwürfe. „Ich bin weder autoritär, noch schreie ich Kinder an oder sage zu ihnen Opfer oder Hauptschüler“, sagte sie.