Islamistische Szene

Polizei nimmt 26 Terrorverdächtige bei Razzien fest

Bei Razzien hat die Polizei in drei Ländern mutmaßliche Islamisten verhaftet. Sie sollen ein Attentat in Belgien geplant haben.

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Mit mehreren Razzien in Belgien, Deutschland und den Niederlanden ist die Polizei gegen die islamistische Terrorszene vorgegangen. Zunächst wurden in Antwerpen, Amsterdam und Aachen nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft insgesamt elf Terrorverdächtige festgenommen, die einen Anschlag in Belgien geplant haben sollen. In Brüssel wurden unabhängig von diesen Razzien rund 15 weitere Terrorverdächtige festgenommen.

Wie die belgische Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden sieben Verdächtige in Belgien, drei in den Niederlanden sowie ein Mann in Deutschland festgenommen. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA) sagte dazu, ein 31-jähriger Russe sei in Aachen gefasst worden. Laut der belgischen Justiz haben die Festgenommenen die belgische, niederländische, marokkanische und russisch-tschetschenische Staatsangehörigkeit. Der Großteil von ihnen lebt demnach im belgischen Antwerpen. Nach Angaben des Innenministeriums in Berlin haben die Festnahmen nichts mit den aktuellen Terrorwarnungen zu tun.

Den Razzien waren monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Die Verdächtigen sollen laut Staatsanwaltschaft über eine islamistische Internetseite ein Attentat in Belgien vorbereitet haben, allerdings stand das Ziel noch nicht fest. Nach Angaben der belgischen Behörden gab es im Zuge der seit Ende 2009 laufenden Ermittlungen bereits Festnahmen in Spanien, Marokko und Saudi-Arabien.

Die Festgenommenen stehen außerdem im Verdacht, Jugendliche für den Kampf in Tschetschenien angeworben sowie die dortige islamistische Terrorbewegung Kaukasus-Emirat finanziell unterstützt zu haben. Auch der in Aachen Festgenommene soll laut der BKA-Sprecherin jugendliche Dschihadisten angeworben haben. Er sei auf der Grundlage eines von Belgien beantragten europäischen Haftbefehls gefasst worden. Die Festgenommenen sollten noch am Dienstag einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden.

Im zweiten Ermittlungsfall wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Morgen in der Hauptstadt Brüssel bei insgesamt 17 Hausdurchsuchungen „rund 15 Verdächtige“ aus dem islamistischen Milieu festgenommen. Ziel der Ermittlungen sei die Zerschlagung einer „Terrorgruppe“ gewesen, hieß es. Einige der Festgenommenen stehen demnach im Verdacht, radikalislamische Kämpfer für Einsätze in Afghanistan und im Irak angeworben und dorthin geschickt zu haben.

In Dänemark warnte der Geheimdienst PET, Terrorgruppen aus dem Ausland könnten versuchen, Kämpfer für Anschläge in das Land zu schleusen. Dazu gebe es „neue Hinweise“. Die seit Mai geltende Sicherheitswarnung wurde aber nicht verschärft. Dänemark gilt seit einiger Zeit wegen des Einsatzes von Soldaten in Afghanistan wie auch wegen der Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen als mögliches Ziel islamistischer Anschläge.