Bundeswehr-Abzug

Afghanistan – Guttenberg widerspricht Westerwelle

Der Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan soll 2011 beginnen. Bundesverteidigungsminister Guttenberg warnt aber vor Eile.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat vor einem verfrühten Beginn des Bundeswehr-Abzugs aus Afghanistan gewarnt. Der geplante Start im Jahr 2011 sei ehrgeizig, sagte Guttenberg. "Jeder Ehrgeiz muss sich an der Verantwortung messen lassen. Ich kann für mich oder die Bundesregierung nicht verantworten, verbleibende Soldaten zu gefährden, bloß weil man einer gewissen Sache nachkommen will, die man behauptet hat.“

Guttenberg sprach in der ARD von einem Prozess, den man zwar in Gang bringen könne. "Aber nicht so, dass man an einen Monat denkt oder ein Jahr denkt, sondern indem man verantwortungsvolle Grundlagen schafft.“

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte sich im Bundestag festgelegt, dass die ersten deutschen Soldaten Afghanistan noch 2011 verlassen sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei ihrem Besuch in Afghanistan allerdings diese Ankündigung eingeschränkt: „Das setzt voraus, dass die Lage auch so ist, dass man das verantworten kann." Auch die FDP-Verteidigungspolitikerin Elke Hoff sagte: „Es wird erste Schritte geben, aber noch keinen umfassenden Abzug.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, die Bundesregierung solle dem Wunsch der internationalen Staatengemeinschaft folgen und beschließen, sich bis 2014 komplett aus Afghanistan zurückzuziehen. Laut Gabriel soll der Truppenabzug Mitte 2011 beginnen. Der Bundestag entscheidet Ende Januar über das Mandat.

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