Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will seine Ehefrau weiterhin auf Reisen ins afghanische Krisengebiet mitnehmen. „Ich werde meine Frau selbstverständlich wieder zu den Soldaten mitnehmen, wenn wir das für richtig halten, so wie es gestern richtig war“, sagte Guttenberg vor Beginn einer Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Er werde sich auch weiterhin von Journalisten begleiten lassen, wenn es dem Verständnis der Realität der Soldaten diene.
Unterdessen hat erstmals ein SPD-Bundestagsabgeordneter Guttenberg in Schutz genommen. Lars Klingbeil, der Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages ist, sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich kann die Aufregung um den Besuch des Ehepaares Guttenberg in Afghanistan nicht verstehen. Wir alle sollten in unserem Land dankbar für jeden sein, der sich für unsere Soldatinnen und Soldaten einsetzt." Zuvor hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel den Besuch von Guttenberg und seiner Ehefrau scharf kritisiert.
Die Opposition wirft Guttenberg vor, sich mit seinem eintägigen Afghanistan-Besuch am Montag gemeinsam mit seiner Frau Stephanie und dem Fernsehmoderator Johannes B. Kerner selbst inszeniert zu haben. Der für Soldaten lebensgefährliche Einsatz in Afghanistan sei dafür der schlechteste Anlass, hieß es. Auch Politiker der schwarz-gelben Koalition hielten die Mitreise der Ministergattin für problematisch, sagten das aber nicht öffentlich.
Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff (CDU) sagte, gerade vor Weihnachten sei es ein wichtiges Signal, wenn der Verteidigungsminister die Soldaten und zivilen Beschäftigten in Afghanistan besuche. Guttenberg danke ihnen stellvertretend für die deutsche Bevölkerung für den Einsatz. Die Zusammensetzung seiner Reise-Delegation sei die Sache des Ministers.
Die CSU reagierte empört auf die Kritik von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Er hatte gesagt, die Reise der Guttenbergs sei „absolut unangemessen“, es fehle noch das Fernsehsternchen Daniela Katzenberger. Das wertete CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich als „eine Beleidigung gegenüber unseren Soldatinnen und Soldaten, dass Herr Gabriel seine eigene offensichtliche Primitivfantasie unterstellt“.
dpa/ks




