Religionsfreiheit

In der Türkei bröckelt das Kopftuchverbot

Bisher gab der Präsident zum Nationalfeiertag in der Türkei immer zwei Empfänge: Für Frauen mit und ohne Kopftuch. Das soll sich ändern.

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In der Türkei bröckelt das Kopftuchverbot weiter. Die Zeitung „Hürriyet“ meldete, Staatspräsident Abdullah Gül werde am Staatsfeiertag am 29. Oktober diesmal nur einen Empfang geben, zu dem auch Kopftuch tragende Frauen eingeladen würden. Bisher hatte Gül mit Rücksicht auf die strikt säkularistischen Militärs am Nationalfeiertag zwei Empfänge gegeben. Bei einem waren Frauen mit Kopftuch eingeladen, beim anderen nicht. Nun werde es nur noch einen einzigen Empfang geben, meldete „Hürriyet“.

Vor zwei Wochen hatte die türkische Hochschulbehörde mit einem Erlass das Kopftuchverbot an den Universitäten de facto aufgehoben. Anders als in den vergangenen Jahren wehrt sich auch die Führung der säkularistischen Oppositionspartei CHP nicht mehr gegen die Kopftuchfreiheit für Studentinnen. Gül habe sich erfreut über die Entwicklung gezeigt, sagte der Chef der Hochschulbehörde, Yusuf Ziya Özcan, nach einem Gespräch mit dem Staatsoberhaupt. Auch Güls Frau Hayrünnissa trägt das Kopftuch und durfte deshalb nicht studieren.