Der Bundeswehrverband hält die Sparvorgaben der Regierung angesichts der Bundeswehrreform für utopisch hoch. „Mit den Sparauflagen, die wir dort haben – 8,3 Milliarden Euro – ist es nicht machbar“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbands, Oberst Ulrich Kirsch. „Das ist utopisch. Ich halte es für total unseriös, eine solche Sparvorgabe zu machen.“ Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) muss bis 2014 im Rahmen des Sparpakets 8,3 Milliarden Euro einsparen. Darauf beharrt die Bundesregierung.

Kirsch unterstützte Guttenbergs Forderung nach Anschubmitteln für die Bundeswehrreform. „Eine Anschubfinanzierung ist unbedingt erforderlich.“ Guttenberg will die Wehrpflicht aussetzen und die Truppe von 240.000 auf bis zu 185.000 Soldaten verkleinern. Daneben sollen die Bundeswehrstandorte und die Struktur des Ministeriums auf den Prüfstand. Zunächst will der Verteidigungsminister im eigenen Haus nach Sparmöglichkeiten suchen.

Die Schaffung eines Freiwilligendienstes wird nach Ansicht des Bundeswehrverbands zu drastischen Mehrkosten führen. „Wir müssen Anreizsysteme schaffen, um das Personal im Wandel attraktiv zu machen und Freiwillige zu werben“, sagte Kirsch. „Zu der Philosophie gehört, dass mehr Geld nötig ist. Das kostet eine Milliarde Euro pro Jahr zusätzlich.“

Der Verbandschef warnte die Koalition vor unrealistischen Forderungen. „Viele Bundestagsabgeordnete sagen, es müssen mehr Soldaten sein, damit dieser oder jener Standort eine Chance hat“, sagte Oberst Kirsch. „Wer das sagt, der muss uns im nächsten Atemzug sagen, wie er das bezahlen soll. Unsere Frauen und Männer sagen: Wir möchten jetzt bitte Entscheidungen!“

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