Hatte der ehemalige französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing eine Affäre mit Prinzessin Diana? Das ist die Frage, die gerade toute la France in Wallung bringt. Das Beste an der Geschichte ist: Derjenige, der dieses für Valéry Giscard d’Estaing recht schmeichelhafte Gerücht in Umlauf gebracht hat, heißt – Valéry Giscard d’Estaing.

Nun befinden wir uns in Frankreich, dem Geburtsland von Takt und Galanterie, und da läuft das natürlich nicht so, dass der mittlerweile 81 Jahre alte Giscard einem Kumpel am Tresen augenzwinkernd verraten hätte, dass er übrigens auch mal die Diana... – nein. In Frankreich hat selbst die Prahlerei notorischer Schwerenöter gewissen Eleganzkriterien zu genügen.

Giscard d’Estaing weiß darum, schließlich ist er seit Jahren Mitglied der hochnotablen Académie française. Deshalb hat er sein scheinbar intimes Bekenntnis in die Form eines Schlüsselromans gegossen, bei dem allerdings alle Türen offen stehen. „Die Prinzessin und der Präsident“ heißt das Werk, das am 1. Oktober in einem Verlag erscheint, an dem Giscards Tochter beteiligt ist.

Es erzählt die Geschichte des französischen Präsidenten Jacques-Henri Lambertye, der Anfang der Achtziger eine Affäre mit Patricia, "Prinzessin von Cardiff“, beginnt. "Princess Pat“ hat er auf einem G-7-Treffen im Buckingham Palace kennengelernt. Giscard ist geschickt genug, seinen liebestollen Präsidenten in den Achtzigerjahren agieren zu lassen – als er selbst schon nicht mehr im Amt war.

Dennoch ist das Buch so voll von Anspielungen auf die reale Prinzessin Diana, dass sich nicht nur der "Figaro“, der die Druckfahnen des Werkes einsehen konnte, fragt: "Was, wenn es wahr wäre?“

Zutrauen würden die Franzosen es ihrem Ex-Präsidenten. In seiner aktiven Zeit sagte man ihm ein recht aktives Liebesleben nach. Gerne erinnert man sich in Paris an die Anekdote, als der Präsident im Morgengrauen unweit des Elysée-Palastes mit einem Milchlaster zusammenstieß. Dienstlich war er da nicht unterwegs.