Die Preisspirale ist momentan das dringlichste Problem der Deutschen. Nach Öl- und Gaspreisschock, Milchpreisanstieg und Lebensmittelverteuerungen sehen die Bürger beim Thema Inflation dringend Handlungsbedarf. Mit 47 Prozent, einem Rekordwert in den Messungen des ZDF-Politbarometers, lag der Preisanstieg vor dem Thema Arbeitslosigkeit (37 Prozent) an der Spitzenposition der wichtigsten aktuellen Herausforderungen.

Die Preissteigerungen der letzten Wochen machen sich in 84 Prozent der befragten Haushalte bemerkbar. Nach Aussage der repräsentativen Umfrage fühlten sich 45 Prozent sehr stark und 39 Prozent stark betroffen.


Nur 14 Prozent gaben an, sie zeigten eine schwache Wirkung, ein Prozent sprach von gar keiner Wirkung.

Für die Unzufriedenheit der Bürger spricht auch die Einschätzung, ob man persönlich von der wirtschaftlichen Entwicklung profitiert habe. Nur 6 Prozent sagen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage durch den positiven Wirtschaftstrend sehr stark (1 Prozent) oder stark (5 Prozent) verbessert habe. 26 Prozent sprechen von nicht so starken Verbesserungen und bei 67 Prozent kommt nach eigenen Angaben der Aufschwung gar nicht an.

85 Prozent für alte Pendlerpauschale

Langsam würden die Deutschen sogar wieder lieber Steuergeschenke haben wollen als weiter zu sparen. Wollten Anfang Mai noch 50 Prozent mehr Bürger keine Schulden machen statt Steuern zu senken, siegten nun die Forderer von finanziellen Erleichterungen knapp mit 51 vor den Verfechtern der Haushaltskonsolidierung (43 Prozent).

Eindeutig ist das Votum der Bürger bei der Pendlerpauschale. Hier fordern 85 Prozent die alte Regelung, die Kosten für den Weg zur Arbeit wieder ab dem ersten Kilometer steuerlich zu berücksichtigen.

Auf die große Koalition setzen derzeit nur noch wenige der von der Forschungsgruppe Wahlen 1257 befragten Wahlberechtigten. 68 Prozent bezeichnen das Verhältnis zwischen SPD und Unionsparteien als schlecht.

neli