Kubas sozialistische Regierung lässt auf Vermittlung der katholischen Kirche 52 politische Häftlinge frei, die 2003 zu Gefängnisstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt wurden. Die ersten fünf von ihnen sollten noch im Laufe des Mittwochs freikommen, teilte Havannas Erzdiözese mit. Die anderen 47 Gefangenen werden in den nächsten drei bis vier Monaten freigelassen. Sie allen könnten Kuba verlassen, hieß es weiter.

Weiterhin sollen sechs Gefangene in Haftanstalten in der Nähe ihrer Familien verlegt werden. Die Entscheidungen wurden nach einem Treffen von Havannas Erzbischof Jaime Ortega und Kubas Präsidenten Raúl Castro mitgeteilt, an dem auch der Spaniens Außenminister Miguel Angel Moratinos und dessen kubanischer Amtskollege Bruno Rodríguez Parrilla teilnahmen.

Die Dissidenten gehören alle zur Gruppe von 75 Oppositionellen, die im März 2003, im sogenannten „Schwarzen Frühling“, wegen „Söldnertums“ im Dienste der USA zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt worden waren. Die Regierung in Havanna setzt mit der Freilassung und der Verlegung der Häftlinge ihren Entspannungskurs fort. Bereits im Juni war der schwer kranke 47-jährigen Dissident Ariel Sigler freigelassen worden. Auch in diesem Fall hatte die Kirche vermittelt.

Aber auch nach der angekündigten Freilassung der 52 Dissidenten liegt die Zahl der inhaftierten Oppositionellen über 100. Die illegale, aber von der Regierung tolerierte „Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung“ (CCDHRN) hatte die Zahl der politischen Gefangenen diese Woche mit 167 angegeben.

Vor der Mitteilung über die Freilassung hatte die Kirche den Besuch von Spaniens Außenminister Moratinos als „hoffnungsvolles“ Zeichen für die Bemühungen um eine Freilassung politischer Gefangenen bezeichnet.

dpa/cn